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Suche nach Sicherheit und Sehnsucht nach Geborgenheit

„Dualwirtschaft“ und „informeller Sektor“ als Phänomen und Fiktion

Datos Bibliográficos

ID11980481
AutoresTilman Schiel (Fakultät für Soziologie, Universität Bielefeld, Postf. 8640, D-4800 Bielefeld, autor de correspondencia)
Año1987
Volumen16
Número2
Páginas92-105
Fecha de publicación1987-04-01
Open AccessNo
TipoARTICLE
RevistaZeitschrift für Soziologie (JOURNAL)
Identificadores de la revistaISSN: 0340-1804 • E-ISSN: 2366-0325
EditorialDe Gruyter (PUBLISHER • DE)
DOI10.1515/zfsoz-1987-0202
OpenAlexW423857357
IdiomaDE
Citas recibidas1

Warum wirkt ein Konzept, das seit seiner Entstehung immer wieder, sowohl von theoretischen wie von empirischen Gesichtspunkten aus, in Frage gestellt wurde, auch nach über 70 Jahren offenbar noch attraktiv? Welchen Modifikationen waren diese dualen Ansätze unterworfen, um diese Attraktion zu bewahren? Anhand einer Skizze des Entwicklungsprozesses dieses Konzeptes wird versucht, diesen Fragen nachzugehen. Dabei wird auf zwei Sachverhalte verwiesen: 1. Die üblichen Unterscheidungsmerkmale zwischen dualen Sektoren der entsprechenden Ökonomien sind empirisch nicht haltbar, da die jeweiligen Kriterien, die für einen Sektor typisch sein sollen, auch im jeweils anderen Sektor, wenn auch unter anderen Erscheinungsformen, zu finden sind. 2. Die Ansichten über die Eigenarten der jeweiligen Sektoren beruhen auf europäischen Vorurteilen von „richtiger“ ökonomischer und sozialer Ordnung und ihren Projektionen auf nichteuropäische Gesellschaften. Daher ist es dann nicht sonderlich verwunderlich, wenn solche Konzepte - ursprünglich gemünzt auf Entwicklungsgesellschaften mit importierten „entwickelt-westlichen“ Elementen - nun auch gewissermaßen umgedreht werden können, um auf europäische Verhältnisse angewandt zu werden. Dabei wird dann auch vollends deutlich, daß die Annahmen über den „informellen“ Sektor, also den Teil der Wirtschaft, der außerhalb der Regeln der europäischen Wirtschaftsordnung stehen soll, auf Vorurteilen beruhen. Waren diese einst negativ besetzt, da sie Ungesichertheit im „informellen“ Sektor unterstellten, so hat die zwischenzeitliche Entwicklung der Industrie- zur Risikogesellschaft zu einer „Umwertung aller Werte“ geführt: Der „formelle“ Sektor gewährt nicht mehr geregelte Ordnung, sondern erscheint bedrohlich unkontrollierbar. Der „informelle“ Sektor dagegen wird zum Kristallisationskern einer Sehnsucht nach neuer Geborgenheit

Humanities · Political science · Economic and Social Issues · Employment and Welfare Studies · Intergenerational and Educational Inequality Studies · Philosophy

  • Opportunities and Insecurities

    Open Access•Erhard Berner•European Journal of Development…•1997

Citas por año0,03
Intervalo de citas1997 - 1997 (1)
Altamente citadoNo
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