Die Vermittlung der Ungleichheit
Zur symbolischen Ordnung sozialer Unterschiede und wohlfahrtsstaatlicher Rationalität in narrativen Konstruktionen der Mittelschicht
Datos Bibliográficos
| ID | 12642001 |
|---|---|
| Autores | Marlon Barbehön (0000-0002-1636-5907, Heidelberg University, autor de correspondencia) |
| Año | 2021 |
| Volumen | 32 |
| Número | 1 |
| Páginas | 141-162 |
| Fecha de publicación | 2021-07-20 |
| Peer Reviewed | Sí |
| Open Access | Sí |
| Tipo | ARTICLE |
| Revista | Zeitschrift für Politikwissenschaft (JOURNAL) |
| Identificadores de la revista | ISSN: 1430-6387 • E-ISSN: 2366-2638 |
| Editorial | Springer VS (PUBLISHER • DE) |
| DOI | 10.1007/s41358-021-00272-5 |
| OpenAlex | W3186353580 |
| Idioma | EN |
| Referencias citadas | 28 |
Die Frage, wann eine Gesellschaft soziale Differenzen als Ungleichheiten erfährt und zum Gegenstand öffentlicher Kontroversen erhebt, lässt sich nicht anhand eines objektiven Maßstabs beantworten. Ungleichheit verweist auf kontingente Deutungs- und Interpretationsleistungen, in denen beobachtbare Differenzen nicht nur als Unterschiede behandelt, sondern in Ungleichheiten transformiert werden. Dabei kommt dem Modus der Erzählung eine wesentliche Rolle zu, da er es möglich macht, gesellschaftliche Komplexität auf ein erfassbares Maß zu reduzieren und ambivalente Phänomene zumindest temporär auf eine bestimmte Bedeutung festzulegen. Der vorliegende Beitrag erörtert die Logik und Funktionsweise derartiger erzählerischer Transformationsleistungen anhand der Kategorie der Mittelschicht, die aufgrund ihrer symbolischen Logik bei narrativen Verarbeitungen sozialer Verhältnisse eine besondere Performativität entfaltet. Anhand der bundesdeutschen medialen Öffentlichkeit wird rekonstruiert, in welche Erzählungen „die Mittelschicht“ eingebunden ist und wie hierüber eine kollektiv wirksame symbolische Ordnung von Ungleichheit sowie korrespondierende Vorstellungen über „rationales“ wohlfahrtsstaatliches Regieren etabliert werden. Es werden vier Narrative unterschieden – das Metanarrativ der Mittelschichtsgesellschaft sowie die Narrative der verdienstvollen, der bedrohten und der bevorzugten Mittelschicht –, die ein je eigenes Bild von der Gestalt, den Ursachen, den Auswirkungen und der (Il‐)Legitimität von Ungleichheit zeichnen und in ihrer Gesamtheit ein kollektives Wissen über soziale Unterschiede und deren Regierbarkeit etablieren. Der Beitrag entschlüsselt somit die narrative Vermittlung von Ungleichheit in zweierlei Weise: zum einen als Praxis der Übermittlung von gesellschaftlicher Komplexität in die Sphäre kollektiver Wahrnehmbarkeit und zum anderen als Praxis der Bezugnahme auf Vorstellungen von der gesellschaftlichen Mitte, die als beweglicher Referenzpunkt fungiert, um Ungleichheit von „bloßen“ Differenzen zu unterscheiden
Humanities · Political science · Economic and Social Issues · Philosophy · Social Policy and Reform Studies · Sociology and Education Studies
Imagining the Middle Class
Wohlfahrtsstaat der Mittelschichten?
Diskurse als Narrationen
Medien und soziale Wirklichkeit
Not only the poor
Politischer Diskurs und Hegemonie
Die Realität der Massenmedien
Trivializing inequality by narrating facts
Stories of how to give or take – towards a typology of social policy reform narratives
Caught in the Middle? Welfare State Legitimisation and Problematisation in German and Swedish Middle-class Discourse
Reclaiming constructivism
Why deservingness theory needs qualitative research
The three worlds of welfare capitalism
Wandlungen der deutschen Familie in der Gegenwart
Legitimizing Inequality
| Velocidad de citación | historical |
|---|---|
| Altamente citado | No |