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Kreislaufwirtschaft „an der Basis“ – Verpackungen und Konsumarbeit

Datos Bibliográficos

ID22020366
AutoresElisabeth Süßbauer (0000-0001-8973-9650, autor de correspondencia)
Año2023
Volumen36
Número4
Páginas502-513
Fecha de publicación2023-11-23
Peer ReviewedSí
Open AccessNo
TipoARTICLE
RevistaForschungsjournal Soziale Bewegungen (JOURNAL)
Identificadores de la revistaISSN: 2192-4848 • E-ISSN: 2365-9890
EditorialWalter de Gruyter GmbH (PUBLISHER • DE)
DOI10.1515/fjsb-2023-0051
OpenAlexW4389057739
IdiomaDE
Referencias citadas17

Bürger*innen werden in den vorherrschenden Kreislaufwirtschaftsdiskursen entweder passiv als Nutzer*innen von neuen Sharing- oder Reuse-Geschäftsmodellen dargestellt oder ihr individuelles Verhalten wird moralisiert, wobei Lebensmittelverpackungen besonders moralisch aufgeladen sind. Die Konsumarbeit, die hinter dem Umgang mit Lebensmittelverpackungen in Privathaushalten steckt, z. B. das Sammeln, Säubern, Sortieren, Kompostieren, Heraustragen und Einwerfen des Verpackungsmülls, wird dabei in der Regel ausgeblendet. Dieser Beitrag argumentiert, dass im Zuge der globalen Plastikkrise nicht nur das Mülltrennen, sondern auch die Müllvermeidung zur Aufgabe von Bürger*innen geworden ist. Um den Blick auf diese verborgene Konsumarbeit zu legen, werden empirische Einblicke in den alltäglichen Umgang von Bürger*innen mit Verpackungsmüll in deren häuslicher Umgebung geben. Die Ergebnisse zeigen erstens, dass Bürger*innen Wiederverwendung bereits auf „informelle Weise“ praktizieren, die Verwendung von Essensbehältern für fremd zubereite Speisen jedoch mit einem organisatorischen Aufwand und Absprachen innerhalb des Haushalts verbunden sind. Zweitens bestehen große Unsicherheiten beim Trennen und Sortieren von Verpackungsabfällen. Es wird geschlussfolgert, dass sich Bürger*innen in einem Spannungsfeld zwischen moralisiertem Alltagshandeln und dem Bemühen, es „richtig machen“ zu wollen, einem beschleunigten Alltag mit zunehmend flexibilisierten Ernährungsmustern sowie einer zeitlich und räumlich entgrenzten Erwerbsarbeit befinden. Damit möchte der Beitrag einer Versimplifizierung von Konsumverhalten entgegenwirken und zu einem komplexeren Verständnis der Rollen von Bürger*innen in Kreislaufwirtschaftsdiskursen beitragen

Art · Humanities · Political science · Food Waste Reduction and Sustainability · Sharing Economy and Platforms

  • Die Politisierung des Abfalls

    Laura Moisi•Die Politisierung des Abfalls•2020

  • A typology of circular economy discourses

    Open Access•Martin Calisto Friant, Walter J V Vermeulen et al.•Resources Conservation and…•2020

  • Detaching from plastic packaging

    Gay Hawkins•Consumption Markets & Culture•2021

  • Disposable but indispensable

    Open Access•Anne Müller, Elisabeth Süßbauer•European Journal of Cultural and…•2022

  • Plastic bags

    Open Access•Gay Hawkins•International Journal of Cultural…•2001

  • It's Kind of Saving them a Job isn't it?' The Consumption Work of Household Recycling

    Open Access•Keane Wheeler, Kathryn Wheeler et al.•The Sociological Review•2015

Velocidad de citaciónhistorical
Altamente citadoNo
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