Kultur und Kommunikation als „Medialität“ - Philosophische Überlegungen zum Verhältnis von Kultur- und Kommunikationswissenschaft
Dados Bibliográficos
| ID | 20045948 |
|---|---|
| Autores | Matthias Rath (0000-0002-8905-6400, autor correspondente) |
| Ano | 2003 |
| Páginas | 49-60 |
| Data de publicação | 2003-01-01 |
| Peer Reviewed | Sim |
| Open Access | Não |
| Tipo | CHAPTER |
| Periódico | Kulturwissenschaft Als Kommunikationswissenschaft (SOURCE_BOOK) |
| Editora | VS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE) |
| DOI | 10.1007/978-3-322-80422-8_4 |
| OpenAlex | W32687639 |
| ISBN | 9783322804228 |
| Idioma | DE |
| Referências citadas | 3 |
Die Frage, welchen Beitrag die Philosophie für das Verhältnis von Kultur- und Kommunikationswissenschaft leisten kann, setzt die Klärung voraus, was man unter diesen Disziplinen zu verstehen habe. Doch diese Bestimmung gestaltet sich — insbesondere für den Fachfremden — schwierig. Glaubt man Hartmut Böhme (2002), dann steht der Dilettant, zumindest in Bezug auf die Kulturwissenschaft, mit diesem Problem nicht allein: „Nicht einmal klar ist, wer eigentlich die Definitionshoheit über den Begriff der,Kulturwissenschaft‘haben sollte. Die Geschichtswissenschaft kann in Anspruch nehmen, dass unter ihrem Dach vor gut 100 Jahren die Kulturgeschichte entstanden sei. Doch das trügt, weil die Kulturgeschichte nicht als Subdisziplin, sondern als Metakonzept einer nachhegelianischen Universalgeschichte auf den Plan trat — was heutige Historiker weit von sich weisen würden. Weder damals noch heute erzielte die Historie einen Konsens über,Kulturgeschichte‘. Die Soziologie kann für sich die Kultursoziologie reklamieren. Doch diese leidet an dem, was Norbert Elias als Mangel der Geburt der Soziologie ansah, nämlich dass sie als gegenwartsbezogene Krisenwissenschaft entstand. Bis heute hat die Soziologie — vielleicht zurecht — dieses Defizit an historischer Sättigung nicht abgestreift, was sie nicht prädestiniert, eine historische,Kulturwissenschaft‘zu definieren. Die traditionsreiche Volkskunde, die sich zur Empirischen Kulturwissenschaft oder Europäischen Ethnologie gewandelt hat, ist selbstverständlich Mitbeteiligte im Spiel um die Kulturwissenschaft: doch erstens fehlt es ihr an theoretischer Breite, zweitens an historischer Tiefe und drittens an akademischem Einfluss, um ihr die Definition von Kulturwissenschaft überlassen zu können. Die Philologien insgesamt sind als Partner willkommen, doch aufgrund ihrer Methodentradition und ihrer Sprachzentriertheit nicht in der Lage, an einem Fach federführend mitzubestimmen, das nicht auf hermeneutische Exegese und nicht nur auf sprachliche Zeugnisse von Kultur festzulegen ist. Die Philosophen, man mag das bedauern, haben ihren Status als epistemologische Experten mit Einfluss auf Fachentwicklungen dramatisch eingebüßt — und wollen zumeist gar nichts anderes als Fachwissenschaftler sein. Die Kulturwissenschaftler geben mindestens ebenso viele Definitionen ihres Faches von sich wie sie gegenwärtig an Stellen aufbringen.“(ebd.)
Humanities · European history and politics · German Social Sciences and History · Philosophy · Sociology and Education Studies
| Velocidade de citação | historical |
|---|---|
| Altamente citado | Não |