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Soziologische Blick

Journal Data

TypeSOURCE_BOOK
PublisherVS Verlag fur Sozialwissenschaften GmbH
ISBN-139783663096290
Open LibraryOL27372619W
Total publications12
Coverage period2002 - 2002
LanguageDE
  • Regeln statt Revolution

    Open Access•Ilse Modelmog•CHAPTER•2002

    Emile Durkheim wird meistens als konservativer Soziologe gehandelt, zumal er selbst über seine Methode bemerkt, sie sei „konservativ“. Konservativ meint in diesem Fall: er ist ein Soziologe der Moderne und seine Theorie richtet sich gegen soziale Veränderungen. Die Revolution, wie sie fast zeitgleich Marx vorschwebte, lehnte er ab. Statt dessen spricht er sich für den Bestand von Institutionen durch Regeln und Normen aus. Sie sollen durch Soziali…

  • Kritische Gesellschaftstheorie als Reflexionswissenschaft

    Stefan Müller-Doohm•CHAPTER•2002

    Im Rahmen des Programms einer als kritisch bezeichneten Theorie der Gesellschaft — dessen philosophische Grundlagen hat Max Horkheimer erstmals 1937 in einem programmatischen Aufsatz der Zeitschrift für Sozialforschung explizit formuliert1 — entwickelt Theodor W. Adorno ein eigenes Konzept von Soziologie. Es ist das Ergebnis eines Lern- und Reflexionsprozesses, an dessen Anfang der Versuch steht, das Wechselverhältnis von Musik und Gesellschaft b…

  • System und Lebenswelt in der Perspektive von Adam Smith

    Open Access•H Gerd Schütte•CHAPTER•2002

    Durch die soziologische Diskussion zieht sich ein Thema mit Variationen, nämlich das von Gemeinschaft und Gesellschaft, von mechanischer und organischer Solidarität, von Status und Kontrakt, Tradition und Moderne oder: System und Lebenswelt. Es geht dabei um Typenbildung einerseits, und die Herausarbeitung von Entwicklungslinien andererseits. Diesen Konzeptionen liegen regelmäßig Verhaltensannahmen unterschiedlicher Art zu Grunde. Sie gehen in di…

  • Wie Niklas Luhmann die Welt beobachtet

    Alexander Krafft•CHAPTER•2002

    Wie Niklas Luhmann die Welt beobachtet. Diese Frage könnte so verstanden werden, daß wir und auch Luhmann die Möglichkeit haben, die Welt so zu beobachten und zu verstehen, wie sie ist. Aber genau hier beginnt das Problem: Wenn Sokrates sagt: „Ich weiß, daß ich nichts weiß.“ Was weiß er, was weiß er nicht? Erzählt er uns lediglich von den ganz persönlichen Defiziten seines Wissens, oder spricht er von seinen Einsichten in die prinzipiellen Grenze…

  • Max Weber

    Michael Sukale•CHAPTER•2002

    Max Weber war ein deutscher Jurist, Volkswirtschaftler und Gesellschaftstheoretiker, der 1864 in Erfurt geboren wurde und 1920 in München verstarb. Schon zu seiner eigenen Zeit galt er als einer der Gründerväter der Soziologie und er wird heute als einer der größten Sozialphilosophen und Gesellschaftswissenschaftler der Geschichte angesehen. Schon deswegen ist es wichtig, seine Schriften zu studieren, aber diese Wichtigkeit ist auch zeitgeschicht…

  • Der Grund der Gesellschaft

    Ulrich Gunter, Günter Ulrich•CHAPTER•2002

    Dieser Vortrag hat mir eine interessante Leseerfahrung beschert: die Wiederbegegnung mit einem Autor, dem ich einmal, vor 25 oder 30 Jahren, zu Füßen gelegen habe. Ich war damals gewiß keine Ausnahme. Im Gegenteil: Einen Moment lang, für einen kurzen historischen Augenblick, waren wir alle Marxisten. Wir, das sind die europäischen Intellektuellen aus den Jahrgängen 1938 bis 1950 — und der historische Augenblick dauerte von 1968 bis 1974 oder 1975…

  • Konservative Milieutheorie

    Helge Peters•CHAPTER•2002

    Arnold Gehlen wurde 1904 in Leipzig geboren. Er studierte Philosophie — ein Semester in Köln, vor allem bei Max Scheler und Nicolai Hartmann, und im übrigen in Leipzig, vor allem bei Hans Driesch. Er promovierte 1927 zum Dr. phil. mit einer Arbeit über das Werk Drieschs — einer Gelegenheitsschrift, wie Gehlen später gesagt hat. 1930 wurde Gehlen für das Fach Philosophie habilitiert. Seine Habilitationsschrift trägt den Titel „Wirklicher und unwir…

  • Modell Metropolis

    Open Access•Anabella B C Weismann, Anabella Weismann•CHAPTER•2002

    In seinem Essay Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit beschreibt Walter Benjamin die auf gesellschaftlichen Umwälzungen beruhende Veränderung in unserer (visuellen) Wahrnehmung als eine, „deren ‚Sinn für das Gleichartige in der Welt‘ so gewachsen ist, daß sie es mittels der Reproduktion auch dem Einmaligen abgewinnt“, und sich damit „im anschaulichen Bereich“ artikuliert, „was sich im Bereich der Theorie als die zunehme…

  • Georg Simmel

    Thomas Jung•CHAPTER•2002

    Wie modern, d.h. immer wieder neu und aktuell, muß ein Denken eigentlich sein, dass es fortwährend mit dem gleichen Vorwurf in die Schranken verwiesen wird — und dies über fast ein Jahrhundert? Die Substanz des Vorwurfs, will man sie einmal positiv formulieren, geht dahin, dass G. Simmels Denken eher „Anregungen zum eigenen Weiterdenken enthält“ (M. Weber, 1991, 9) als sich in methodisch gesicherten wie systematisch begründeten Ergebnissen nieder…

  • Das Klassische an den soziologischen Klassikern

    Open Access•Erhard Stölting•CHAPTER•2002

    Hohe Berge sind weithin sichtbar. Sie helfen dem Wanderer seinen Weg zu finden, wo er sonst die Orientierung verloren hätte. Auch wer nicht einheimisch ist, wer die vielen Details der Zwischenräume nicht so kennt wie ein Einheimischer, weiß durch den Blick zu den aufragenden Gipfeln ungefähr, wo er sich befindet und wie er weitergehen kann. Sie entlasten ihn von dem Zwang, viele Einzelheiten kennen zu müssen, um weiterzukommen. Sie ermöglichen ih…

  • Die Rekonstruktion der soziologischen Vernunft

    Open Access•T Bonacker•CHAPTER•2002

    Soziologie entsteht in dem Moment, da die Gesellschaft mit sich selbst uneins ist. Sie weiß nicht mehr, was sie ist. Und sie weiß vor allem nicht mehr, was ihre Einheit ist. Das ist der Beginn der modernen Gesellschaft, die ihre Mitglieder nicht mehr nach Ständen unterscheidet und — wie die vormoderne — eine Spitze hat, die die Gesellschaft selbst noch einmal repräsentiert. König und Gott sind tot, so daß die Gesellschaft die Möglichkeit verliert…

  • Ein Menschenwissenschaftler — Norbert Elias und seine späte Wirkung in der Soziologie

    Thomas Kleinspehn•CHAPTER•2002

    Norbert Elias Werk ist in seiner Gesamtheit noch längst nicht erschlossen. Ein Versuch, die Bedeutung von Elias für die Soziologie zu ergründen, kann deshalb nur einzelne Akzente setzen: Lassen Sie mich eine Annäherung mit zwei Bildern beginnen, die vielleicht erste Schlaglichter auf die Person und das Werk werfen können

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  • Regeln statt Revolution

    Open Access•Ilse Modelmog•CHAPTER•2002

    Emile Durkheim wird meistens als konservativer Soziologe gehandelt, zumal er selbst über seine Methode bemerkt, sie sei „konservativ“. Konservativ meint in diesem Fall: er ist ein Soziologe der Moderne und seine Theorie richtet sich gegen soziale Veränderungen. Die Revolution, wie sie fast zeitgleich Marx vorschwebte, lehnte er ab. Statt dessen spricht er sich für den Bestand von Institutionen durch Regeln und Normen aus. Sie sollen durch Soziali…

  • Kritische Gesellschaftstheorie als Reflexionswissenschaft

    Stefan Müller-Doohm•CHAPTER•2002

    Im Rahmen des Programms einer als kritisch bezeichneten Theorie der Gesellschaft — dessen philosophische Grundlagen hat Max Horkheimer erstmals 1937 in einem programmatischen Aufsatz der Zeitschrift für Sozialforschung explizit formuliert1 — entwickelt Theodor W. Adorno ein eigenes Konzept von Soziologie. Es ist das Ergebnis eines Lern- und Reflexionsprozesses, an dessen Anfang der Versuch steht, das Wechselverhältnis von Musik und Gesellschaft b…

  • System und Lebenswelt in der Perspektive von Adam Smith

    Open Access•H Gerd Schütte•CHAPTER•2002

    Durch die soziologische Diskussion zieht sich ein Thema mit Variationen, nämlich das von Gemeinschaft und Gesellschaft, von mechanischer und organischer Solidarität, von Status und Kontrakt, Tradition und Moderne oder: System und Lebenswelt. Es geht dabei um Typenbildung einerseits, und die Herausarbeitung von Entwicklungslinien andererseits. Diesen Konzeptionen liegen regelmäßig Verhaltensannahmen unterschiedlicher Art zu Grunde. Sie gehen in di…

  • Wie Niklas Luhmann die Welt beobachtet

    Alexander Krafft•CHAPTER•2002

    Wie Niklas Luhmann die Welt beobachtet. Diese Frage könnte so verstanden werden, daß wir und auch Luhmann die Möglichkeit haben, die Welt so zu beobachten und zu verstehen, wie sie ist. Aber genau hier beginnt das Problem: Wenn Sokrates sagt: „Ich weiß, daß ich nichts weiß.“ Was weiß er, was weiß er nicht? Erzählt er uns lediglich von den ganz persönlichen Defiziten seines Wissens, oder spricht er von seinen Einsichten in die prinzipiellen Grenze…

  • Max Weber

    Michael Sukale•CHAPTER•2002

    Max Weber war ein deutscher Jurist, Volkswirtschaftler und Gesellschaftstheoretiker, der 1864 in Erfurt geboren wurde und 1920 in München verstarb. Schon zu seiner eigenen Zeit galt er als einer der Gründerväter der Soziologie und er wird heute als einer der größten Sozialphilosophen und Gesellschaftswissenschaftler der Geschichte angesehen. Schon deswegen ist es wichtig, seine Schriften zu studieren, aber diese Wichtigkeit ist auch zeitgeschicht…

  • Der Grund der Gesellschaft

    Ulrich Gunter, Günter Ulrich•CHAPTER•2002

    Dieser Vortrag hat mir eine interessante Leseerfahrung beschert: die Wiederbegegnung mit einem Autor, dem ich einmal, vor 25 oder 30 Jahren, zu Füßen gelegen habe. Ich war damals gewiß keine Ausnahme. Im Gegenteil: Einen Moment lang, für einen kurzen historischen Augenblick, waren wir alle Marxisten. Wir, das sind die europäischen Intellektuellen aus den Jahrgängen 1938 bis 1950 — und der historische Augenblick dauerte von 1968 bis 1974 oder 1975…

  • Konservative Milieutheorie

    Helge Peters•CHAPTER•2002

    Arnold Gehlen wurde 1904 in Leipzig geboren. Er studierte Philosophie — ein Semester in Köln, vor allem bei Max Scheler und Nicolai Hartmann, und im übrigen in Leipzig, vor allem bei Hans Driesch. Er promovierte 1927 zum Dr. phil. mit einer Arbeit über das Werk Drieschs — einer Gelegenheitsschrift, wie Gehlen später gesagt hat. 1930 wurde Gehlen für das Fach Philosophie habilitiert. Seine Habilitationsschrift trägt den Titel „Wirklicher und unwir…

  • Modell Metropolis

    Open Access•Anabella B C Weismann, Anabella Weismann•CHAPTER•2002

    In seinem Essay Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit beschreibt Walter Benjamin die auf gesellschaftlichen Umwälzungen beruhende Veränderung in unserer (visuellen) Wahrnehmung als eine, „deren ‚Sinn für das Gleichartige in der Welt‘ so gewachsen ist, daß sie es mittels der Reproduktion auch dem Einmaligen abgewinnt“, und sich damit „im anschaulichen Bereich“ artikuliert, „was sich im Bereich der Theorie als die zunehme…

  • Georg Simmel

    Thomas Jung•CHAPTER•2002

    Wie modern, d.h. immer wieder neu und aktuell, muß ein Denken eigentlich sein, dass es fortwährend mit dem gleichen Vorwurf in die Schranken verwiesen wird — und dies über fast ein Jahrhundert? Die Substanz des Vorwurfs, will man sie einmal positiv formulieren, geht dahin, dass G. Simmels Denken eher „Anregungen zum eigenen Weiterdenken enthält“ (M. Weber, 1991, 9) als sich in methodisch gesicherten wie systematisch begründeten Ergebnissen nieder…

  • Das Klassische an den soziologischen Klassikern

    Open Access•Erhard Stölting•CHAPTER•2002

    Hohe Berge sind weithin sichtbar. Sie helfen dem Wanderer seinen Weg zu finden, wo er sonst die Orientierung verloren hätte. Auch wer nicht einheimisch ist, wer die vielen Details der Zwischenräume nicht so kennt wie ein Einheimischer, weiß durch den Blick zu den aufragenden Gipfeln ungefähr, wo er sich befindet und wie er weitergehen kann. Sie entlasten ihn von dem Zwang, viele Einzelheiten kennen zu müssen, um weiterzukommen. Sie ermöglichen ih…

  • Die Rekonstruktion der soziologischen Vernunft

    Open Access•T Bonacker•CHAPTER•2002

    Soziologie entsteht in dem Moment, da die Gesellschaft mit sich selbst uneins ist. Sie weiß nicht mehr, was sie ist. Und sie weiß vor allem nicht mehr, was ihre Einheit ist. Das ist der Beginn der modernen Gesellschaft, die ihre Mitglieder nicht mehr nach Ständen unterscheidet und — wie die vormoderne — eine Spitze hat, die die Gesellschaft selbst noch einmal repräsentiert. König und Gott sind tot, so daß die Gesellschaft die Möglichkeit verliert…

  • Ein Menschenwissenschaftler — Norbert Elias und seine späte Wirkung in der Soziologie

    Thomas Kleinspehn•CHAPTER•2002

    Norbert Elias Werk ist in seiner Gesamtheit noch längst nicht erschlossen. Ein Versuch, die Bedeutung von Elias für die Soziologie zu ergründen, kann deshalb nur einzelne Akzente setzen: Lassen Sie mich eine Annäherung mit zwei Bildern beginnen, die vielleicht erste Schlaglichter auf die Person und das Werk werfen können

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