Hans Henny Jahnn und sein Verleger Willi Weismann
Ein Kapitel deutscher Verlagsgeschichte 1947-1958
Bibliographic Data
| ID | 10498778 |
|---|---|
| Authors | Timm Menke (Portland State University, corresponding author) |
| Year | 2003 |
| Volume | 39 |
| Issue | 3 |
| Pages | 217-237 |
| Publication date | 2003-09-01 |
| Open Access | No |
| Type | ARTICLE |
| Venue | Seminar A Journal of Germanic Studies (JOURNAL) |
| Journal identifiers | ISSN: 0037-1939 • E-ISSN: 1911-026X |
| Publisher | University of Toronto Press Inc. (UTPress) (PUBLISHER) |
| DOI | 10.3138/sem.v39.3.217 |
| OpenAlex | W1963689116 |
| Language | DE |
Verhaltnis zwischen dem Verleger und seinem Autor durfte seit Beginn eines kommerziellen Verlagswesens zu den intrikatesten und ambivalentesten zwischenmenschlichen Beziehungen gehoren, treffen hier doch heterogenste Elemente aufeinander: die scheinbar unversohnlichen Grosen von Kunst und Kommerz. Oder anders gefasst: das Verhaltnis von Autor und Verleger wirft die Frage nach der Kompatibilitat von kunstlerischem Narzissmus und wirtschaftlichem Kalkul auf. Nehmen wir ein drastisches Beispiel aus Amerika: der Verleger Horace Liveright, Eigentumer des Verlags Boni & Liveright, schlug 1925 seinem Autor Theodore Dreiser vor, die Filmrechte an dessen Roman An American Tragedy an Hollywood zu verkaufen. Dreiser wollte zuerst nicht, denn er glaubte nicht, Hollywood wurde diesen anspruchsvollen Stoff verfilmen. Liveright machte einen Vorschlag: im Falle eines Verkaufs gingen die ersten $50 000 fur das Buch an danach wurde man teilen: 50-50. Dreiser schlug ein. Ein handshake gilt etwas in Amerika. Nach seiner Ruckkehr aus Kalifornien lud Liveright Dreiser zum Lunch ein, um ihm beim Kaffee die Nachricht zu uberbringen: Dreiser, ich habe An American Tragedy verkauft. $ 85 000! Dreiser war begeistert, bis Liveright ihn an ihren deal erinnerte: $50 000 fur Dreiser — der Rest wird geteilt. Nun anderte sich Dreisers Stimmung schlagartig und er beschuldigte den Verleger wutend, ihn um $17 500 seines Geldes zu ubervorteilen. Sprachs und nahm seine Kaffeetasse, schleuderte dem Verleger das Getrank uber den Anzug und verlies das Lokal. Liveright trocknete sich ab und meinte zu seinem neben ihm sitzenden Assistenten: Bennett, let this be a lesson to you. Every author is a of a bitch! (Sorel 110-13). Aus der Sicht eines son of a bitch, aus der Peter Handkes namlich, sieht die Sache um geistiges Eigentum, Geld und Verlagsrechte freilich anders aus. In Mein Jahr in der Niemandsbucht ausert er nach einem Besuch seines Verlegers Ressentiments: Das die Rechte an alldem, was ich Ober die Jahre gemacht hatte, nicht mir gehorten: durfte nicht sein (Handke 87-88). Frustration, Machtlosigkeit ist hier das bestimmende Lebensgefuhl
Art · Humanities · German History and Society · Media, Communication, and Education · Memory, History, Trauma, Identity · Philosophy
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