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Zeit und Kultur. Geschichte des Zeitbewusstseins in Europa

Bibliographic Data

ID10820344
AuthorsHans-Joachim Braun, Hans‐Joachim Braun (0000-0001-7944-8040), Rudolf Wendorff (Institut für Zeitgeschichte München–Berlin)
Year1982
Volume23
Issue2
Pages229
Publication date1982-04-01
Peer ReviewedYes
Open AccessNo
TypeARTICLE
VenueTechnology and Culture (JOURNAL)
Journal identifiersISSN: 0040-165X • E-ISSN: 1097-3729
PublisherJSTOR (PUBLISHER)
DOI10.2307/3104138
OpenAlexW2058608013
LanguageDE
Citations received8

Wenn man die besonders in den letzten fiinf Jahrhunderten sehr dynami sche, sich noch immer beschleunigende Entwicklung Europas bzw. der westlichen Welt und die kulturkritische Diskussion der Gegenwart verste hen will, ist es notwendig, auch die Rolle zu erkennen, die dabei das Ver haltnis zum Phanomen Zeit spielt. In vielen Einzelbeobachtungen ist dies gespiirt und nachgewiesen worden, aber bisher fehlt eine zusammenfas sende Darstellung, wie sie hier versucht wird. Der Kulturbereich, den man mit dem konstituierenden Vorspiel im Orient in geschichtlicher Folge als Abendland, Europa oder moderne westliche Welt bezeichnet, unterscheidet sich von anderen Kulturen durch ein besonders sensibles, scharf ausgepragtes und in standiger Auseinan dersetzung mit Ideen und Realitaten herausgefordertes und gepragtes, sich wandelndes ZeitbewuBtsein. In keiner anderen Kultur hatte und hat Zeit eine vergleichbar wesentliche Bedeutung. Das europaische ZeitbewuBtsein wurde von friihen Lebenserfahrungen im Vorderen Orient, von religiosen Vorstellungen insbesondere des Juden turns und Christentums, von zunehmender Zeitgliederung durch Uhren und Kalender, von der Entwicklung der Naturwissenschaften, von den Be diirfnissen einer stadtischen und arbeitsteiligen Gesellschaft, von den Ei gengesetzlichkeiten der Wirtschaft und von der Entfaltung des Selbstbe wuBtseins der Bildungseliten sowie spater immer groBerer Schichten der Gesellschaft geformt und aktiviert. Das jeweilige ZeitbewuBtsein einer Epoche griindet also nicht in sich selbst, sondern ist einerseits Ausdruck iibernommener Tradition, andererseits auch eigener Lebenserfahrungen, religioser Erlebnisse, wissenschaftlicher Welterkundung, des Selbstbe wuBtseins innerhalb der Geschichte und der jeweiligen Art, den Sinn des Lebens zu deuten

Political science · German Literature and Culture Studies · Religion, Theology, and Education

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Unique citing works8
Citations per year0,35
Citation span2003 - 2022 (20)
Citation velocityhistorical
Highly citedNo
Citation typesNeutral: 4

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