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Cicero, Antonius und die acta Caesaris

Bibliographic Data

ID11745002
AuthorsKrešimir Matijević (Osnabrück University, corresponding author)
Year2006
Volume55
Issue4
Pages426-450
Publication date2006-01-01
Open AccessYes
TypeARTICLE
VenueHistoria (JOURNAL)
Journal identifiersISSN: 0073-2435 • E-ISSN: 0717-7194
PublisherFranz Steiner Verlag (PUBLISHER • DE)
DOI10.25162/historia-2006-0028
OpenAlexW4296721983
LanguageES
Citations received1

Antonius handelte also den uns erhaltenen Zeugnissen gemäß hinsichtlich der acta Caesaris ganz in Übereinstimmung mit dem Kompromiss vom 17.3.44. Zwar wurde der Versuch unternommen, alle weiteren acta Caesaris, außer eben den schon angeschlagenen, also publizierten, unberücksichtigt zu lassen (kurz nach dem 20.3.44), doch handelte es sich hierbei nur um ein kurzes ‚republikanisches Intermezzo‘; zuviel Geld stand auf dem Spiel. Wie schon am 17.3. im Tempel der Tellus sahen nicht wenige einflussreiche Senatoren, sicherlich auch viele Ritter, ihre Felle davonschwimmen und übten, nachdem Antonius ihnen ihre Wünsche hinsichtlich der Verfügungen des Dictators wegen der ‚Barriere‘ des Ser. Sulpicius Rufus (ne qua tabula post Idus Martias [...] figeretur) nur abschlagen konnte, bei einer weiteren Sitzung Ende März/Anfang April direkt (im Falle der Ritter wie Atticus indirekt) ihren Einfluss in der Weise aus, dass die Consuln (nun also auch Dolabella) zusammen mit einem aus Senatoren gebildeten consilium, über dessen Mitglieder nichts bekannt ist, alle noch nicht publizierten (figere) acta prüfen und vollziehen durften. Dabei stellte sich heraus, dass Caesar wohl nicht nur Atticus ein Versprechen gegeben hatte, welches mehr oder weniger geheim war. Auch andere Beschlüsse/Gesetze, deren Existenz Cicero erstaunte, kamen zum Vorschein. Natürlich zweifelte Cicero in seinen privaten Briefen und später in scharfem Ton auch in den Philippicae eine Absicht des Dictators hinsichtlich dieser von Antonius veröffentlichten acta an; gleiches Misstrauen würde sich aber wohl in Briefen anderer Politiker der Zeit bezüglich der von Cicero und Atticus verfochtenen ‚buthrotischen Angelegenheit‘ finden, wenn derartige Schriftstücke erhalten wären. Wenn Cicero uns also in der ersten Philippica (§ 2) mitteilt, nihil tum nisi quod erat notum omnibus in C. Caesaris commentariis reperiebatur, so entsprach das nicht der Wahrheit und diente nur dazu, um wenig später eine desto schärfere Umkehrung zu ermöglichen

Art · Cicero · Humanities · Classical Antiquity Studies · Classical Studies and Legal History · Classics · Philosophy

  • Acta

    Open Access•Kaja Harter‐Uibopuu•The Encyclopedia of Ancient History•2012

Citations per year0.07
Citation span2012 - 2012 (1)
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