Skip to main content

ETHNOS_APP

Home • Search • Journals • List 0

Das Gewissen – (k)ein Thema für die Soziologie? / Conscience

A (Neglected) Topic in Sociological Analysis

Bibliographic Data

ID11980559
AuthorsHelmut Thome (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Soziologie, Adam-Kuckhoff-Straße 41, 06099 Halle (Saale), Germany, corresponding author), Sylvia Terpe (0000-0002-1080-3128, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Soziologie, Adam-Kuckhoff-Straße 41, 06099 Halle (Saale), Germany)
Year2012
Volume41
Issue4
Pages258-276
Publication date2012-08-01
Open AccessNo
TypeARTICLE
VenueZeitschrift für Soziologie (JOURNAL)
Journal identifiersISSN: 0340-1804 • E-ISSN: 2366-0325
PublisherDe Gruyter (PUBLISHER • DE)
DOI10.1515/zfsoz-2012-0402
OpenAlexW2318426582
LanguageDE
Citations received2
References cited8

Die Soziologie beschäftigt sich zwar ausgiebig mit Moral und moralischen Orientierungen, nicht aber mit den situativ variablen Funktionsweisen und Ausdrucksformen des Gewissens im Alltag. Im Vergleich zu analytisch enger gefassten Begriffen wie „Selbstkontrolle“ oder „moralisches Bewusstsein“ erfasst der Gewissensbegriff eine größere Bandbreite des komplexen Zusammenspiels von Einsichten und Gefühlen sowie des Ineinandergreifens von Erleben, Deuten und Handeln. In diesem Beitrag möchten wir den soziologischen Gehalt des Gewissensbegriffs erschließen und greifen zunächst auf einschlägige Arbeiten von Niklas Luhmann zurück. Dessen Thesen über die Funktionen von Moral und Gewissen kontrastieren wir mit dem kognitionstheoretischen Ansatz zur Entwicklung des moralischen Bewusstseins und einer universalistischen Minimalmoral. Für das Motivationsproblem dieses Moraltyps werden mit den Überlegungen Kants zu moralischen Gefühlen sowie den Ausführungen Randall Collins’ über Interaktionsrituale zwei Lösungen formuliert. Das Entweder-Oder einer durch Vernunft oder Gefühl gewirkten Einsicht in und Bindung an das moralisch Gute kann mit Hans Joas’ Thesen über die Entstehung von Werten und Wertbindungen überwunden werden. Daran anknüpfend konzipieren wir das Gewissen als eine spezifische Artikulationsform moralischer Erfahrungen, in der gefühlsmächtige Erlebnisse, reflexiv zugängliche Einsichten und kommunikativ angeeignete Deutungsmuster dynamisch ineinander greifen

Humanities · Philosophy · Social Power and Status Dynamics · Sociology and Education Studies · Sociology and Norbert Elias

  • Werte und Wertebildung aus soziologischer Sicht

    Open Access•Helmut Thome•Werte und Wertebildung aus…•2019

  • Zur Theorie und Typologie der Erfolgsmedien

    Jurit Kärtner•Zeitschrift für Soziologie•2019

  • Zur Soziologie der Beichte und Anderer Formen Institutionalisierter Bekenntnisse

    Alois Hahn•Soziologische Theorie und Empirie•1997

  • Die Gesellschaft der Gesellschaft

    Julian Müller, Ansgar Lorenz•Niklas Luhmann•2016

  • Zur Emergenz des Sozialen bei Niklas Luhmann / On Niklas Luhmann’s Concept of Social Emergence

    Simon Lohse•Zeitschrift für Soziologie•2011

  • Human Welfare and Moral Worth

    Thomas E Hill, Jr Thomas E Hill•Human welfare and moral worth•2002

  • Lectures on the history of moral philosophy

    John Rawls•Lectures on the history of moral…•2000

  • Interaction Ritual Chains

    Randall Collins•Interaction Ritual Chains•2004

  • Techniques of Neutralization

    Gresham M Sykes, David Matza•American Sociological Review•1957

  • Emotion Work, Feeling Rules, and Social Structure

    Arlie Russell Hochschild•American Journal of Sociology•1979

Citations per year0.29
Citation span2019 - 2019 (1)
Highly citedNo

Tools

Open DOISci-Hub
Ethnos_APP • Open Source Project • MIT License • Frontend v2.0.0 • Privacy and Cookies • API Documentation: api.ethnos.app/docs • API Source Code: GitHub • DOI: 10.5281/zenodo.17049435 • Frontend Source Code: GitHub • DOI: 10.5281/zenodo.17050053 • cruz.rio.br • Expectantes Misericordiae