Skip to main content

ETHNOS_APP

Home • Search • Journals • List 0

Oscilacije nivoa Crnog Mora i kulturni razvoj Jugoistočne Evrope u vrijeme srednjeg holocena ca. 6000-3000 bc

Bibliographic Data

ID11993292
AuthorsBlagoje Govedarica (0009-0007-4799-6350, corresponding author)
Year2003
Issue53-54
Pages9-20
Publication date2003-01-01
Open AccessYes
TypeARTICLE
VenueStarinar (JOURNAL)
Journal identifiersISSN: 0350-0241 • E-ISSN: 2406-0739
PublisherNational Library of Serbia (PUBLISHER • RS)
DOI10.2298/sta0454009g
OpenAlexW2073226510
LanguageEN
References cited3

(nemački) Der Autor präsentiert die Untersuchungsergebnisse zur Entwicklung des Schwarzen Meeres während des Holozäns, die in der letzten Zeit im Gebiet des ehemaligen Sowjetunion, Rumänien, Bulgarien und in der Türkei erzielt worden sind und diskutiert sie vom archäologischen Standpunkt aus. Dabei wird hervorgehoben, daß die Kulturentwicklung im Gebiet Südost­europas während der Urgeschichtsperiode und vor allem in der Zeit des mittleren Holozäns durch die Umwandlung des heutigen Schwarzen Meeres aus dem sogenannten neoeuxinischen Süßwassersee in das halbmarine Becken im wesentlichem beeinflußt wurde. Die Forscher sind sich weitgehend einig, daß diese Marineumwandlung als Ergebnis des glazioeustatischen Anstiegs der Weltozeane während des älteren Holozäns geschah. Bezüglich des Ablaufes dieses Prozesses sind jedoch unterschiedliche Standpunkte anzutreffen. So ist bereits die Zeitstellung des ersten Meerwassereinbruchs in die Schwarz­meerdepression umstritten. Nach A. L. Chepalyga wäre die erste mit der ältesten Meeresfauna und Salzwasser begleitete Transgression, die gleichzeitig den Einbruch des Meerwassers durch den Bosporus in das Schwarze Meer markiert, an den Anfang des Holozäns bzw. in die Periode 1053±180 BP anzusetzen. G. A. Jones und A. R. Gagnon setzen zwar die erste Verbindung zwischen Schwarzmeer und Mittelmeer beinahe in der gleichen Zeit bzw. um 9800 BP an. Ihrer Auffassung nach sollte es sich jedoch dabei um die Wasserströmung vom Schwarzen Meer ins Mittelmeer und nicht entgegengesetzt handeln. Zum gleichen Schluß kommen A. E. Aksu, R. N. Hiscott und D. YaÕar die den ersten Kontakt zwischen diesen beiden Becken als Einbruch frischen Wassers ins Mittelmeer um 9500 BP ansehen. Die beidseitigen Wasserströmungen und das Auftauchen des Salzwassers im Schwarzen Meer können demnach erst in die Zeit um 7150 BP datiert werden. Einen abweichenden Standpunkt vertreten die amerikani­schen Geologen W. Ryan und W. Pitman. Nach ihren Aus­führungen kann dieser Kontakt als ein massiver Einbruch des Salzwassers in das Schwarze Meer über den Bosporus, der erst um 5.600 v.Chr. zu Stande kam angesehen werden. Diese Naturkatastrophe brachte eine weitreichende kulturelle Verwüstung mit sich, die nach diesen Forschern als biblische Sintflutgeschichte erkannt wurde. Nach der russischen Literatur ist dahingegen über eine starke Transgression, die vergleichbare Auswirkung hätte aufweisen können, erst im 4. Jt. v.Chr. zu rechnen. Diese Umwandlung wird die erste Neuschwarzmeer-Transgression bzw. Fedorov-Transgression genannt. Archäologischen Angaben zu Folge kann von einer kataklysmischen Entwicklung während des 6. Jt.v.Chr., die dem Szenario von Rayan und Pitman entspräche, keine Rede sein. Dahingegen weisen die Kultureinheiten aus dieser Zeit eine zunehmende Weiterentwicklung auf, die zu der bekannten kulturellen und demographischen "Explosion" während des Spätneolithikums und Frühäneolithikums im Gebiet Sudost­europas führte. Eine Kulmination dieses Prozesses geschah in der zweiten Hälfte des 5. Jts. v.Chr. bzw. in der Zeit des ausgehenden spätatlantischen Klimaoptimums. Mit dem Ablauf der frühäneoltihischen Periode gegen Ende des 5. Jt. v.Chr. fanden die meisten entwickelten und metallführenden Kulturen Südosteuropas, wie zum Beispiel die Kulturen GumelniÛa, Varna und Karanovo VI ihr jähes Ende. Dem folgte ein Kulturuntergang bzw. Kulturhiatus, der die ersten Jahrhunderte des 4. Jt. prägte. Diese Zeit entspricht der Klimaverschlechte­rung in der frühen Subborealphase und der ankommenden Fedorov-Transgression, deren Maximum spätestes in der Mitte des 4. Jt. anzusetzen ist. Während dieser Transgression sollen die weiten Niederungen im West- und Nordpontus überflutet worden sein, sodaß alle in Küstennähe und am Flußufer liegenden Siedlungen verlassen werden mußten. Es ist davonauszugehen, daß diese Überschwemmungen nur die Schluß­phase einer langen und allmählichen Entwicklung darstellten, die sich durch die Erhöhung des Grundwasserspiegels und die Versumpfung umliegender Landflächen in einem noch größeren Umfang bemerkbar machte. Als Folge dieser klima­tischen Gegebenheiten verschlechterten sich allen Angaben nach die Lebensbedingungen nicht nur in unmittelbarer Näheder bereits von Überschwemmungen betroffenen Gebiete. Demnach sprechen sowohl archäologische als auch klima­tologische Forschungsergebnisse für eine durch den Wasser­anstieg bedingte Natur- und Kulturkatastrophe, die in der ersten Hälfte des 4. Jt. V. Chr. geschah. Folglich sind auch die in der Bibel beschriebenen Sintflutereignisse, falls sie überhaupt im Schwarzmeergebiet anzusiedeln sind, eher in dieser Periode als im 6. Jt. v. Chr. zu suchen

Art · Humanities · Ancient and Medieval Archaeology Studies · Marine and environmental studies · Philosophy · Soil and Environmental Studies

  • An abrupt drowning of the Black Sea shelf

    Open Access•William B F Ryan, Walter C Pitman et al.•Marine Geology•1997

Highly citedNo

Tools

Open DOIOpen Access
Ethnos_APP • Open Source Project • MIT License • Frontend v2.0.0 • Privacy and Cookies • API Documentation: api.ethnos.app/docs • API Source Code: GitHub • DOI: 10.5281/zenodo.17049435 • Frontend Source Code: GitHub • DOI: 10.5281/zenodo.17050053 • cruz.rio.br • Expectantes Misericordiae