Aktuelle Morphodynamik und Morphogenese in den semiariden Randtropen und Subtropen
Bibliographic Data
| ID | 13432362 |
|---|---|
| Authors | Peter Höllermann (corresponding author) |
| Year | 1987 |
| Volume | 41 |
| Issue | 1 |
| Publication date | 1987-01-01 |
| Open Access | Yes |
| Type | ARTICLE |
| Venue | Erdkunde (JOURNAL) |
| Journal identifiers | ISSN: 0014-0015 • E-ISSN: 2702-5985 |
| Publisher | Erdkunde (PUBLISHER • DE) |
| DOI | 10.3112/erdkunde.1987.01.08 |
| OpenAlex | W2067430345 |
| Language | EN |
Die Kommission ?Geomorphologische Prozesse, Prozefikombinationen und Naturkatastrophen in den Landschaftszonen und Hohenstufen der Erde (Kurztitel ,,Morphodynamik-Kommission) der Akademie der Wissenschaften in Gottingen veran staltete vom 3. bis 5. Oktober 1986 ein Geomorpholo gisches Symposium alsKlausurtagungim ?Refugium academicum des BUETTNER-Hauses in Rein hausen bei Gottingen. Wahrend bei den vorangegan genen Veranstaltungen der Akademie-Kommission 1976 und 1982 das Formeninventar und die regionale Differenzierung des heutigen Periglazialraumes im Vordergrund gestanden hatten (H. Poser 1977, H. Poser und E. Schunke 1983; vgl. auch die Berichte in Erdkunde 30, 1976, S. 300ff. und 36, 1982, S. 303ff.), wurde in Ankniipfung an die Arbeitsfelder der gegen wartigen Kommissionsmitglieder und Mitarbeiter die aktuelle Morphodynamik und Morphogenese in den semiariden Randtropen und Subtropen als Schwer punkt des jungsten Symposiums gewahlt. Das von J. Hagedorn undK.H. Portge sorgsam vorbereitete und von H. Mensching und J. Hagedorn geleitete Symposium sollte fiir diesen in lebhafter Entwicklung begriffenen Forschungsbereich eine Zwischenbilanz des Forschungsstandes, der noch bestehenden Kennt nisliicken sowie Perspektiven zukunftiger For schungsansatze liefern. 19 deutsche Wissenschaftler waren eingeladen, ihre einschlagigen Forschungen vorzulegen und zur Diskussion zu stellen, wobei Darstellungen laufender Projekte und Erorterungen offener Probleme sehr willkommen waren. Daher wurde auf ausfiihrliche Diskussionen besonderer Wert gelegt. In regionaler Sicht lag der Schwerpunkt eindeutig auf dem afrika nischen Raum (10 Beitrage), gefolgt von Siidamerika (5 Beitrage) und Asien (2 Beitrage). Die restlichen Referate behandelten auch allgemeine Themen. Zum Themenkreis^A;^//* Verwitterung und Bodenbil dung lagen vier Beitrage vor. A. Semmel (Frankfurt) behandelte geomorphologische Aspekte der Rotund Weifi-Verwitterung in Mittelund Siidbrasilien mit dem allgemeinen Ergebnis, dafi bei klimatisch-gene tischen Interpretationen der Bodenfarben in den niederen Breiten besondere Vorsicht angebracht er scheint, da die Bodenfarbung in hohem Mafie auch von Gestein, Relief und Umlagerungsprozessen ab hangt. Die weitverbreitete Rotfarbung ist als relik tisch gegeniiber jiingerer Verbraunung anzusehen, wobei unter warm-trockenen Klimabedingungen die Erhaltung roter Boden begiinstigt wird. J. Grunert (Bonn) berichtete iiber Verwitterung und Bodenbil dung im Sahel und Sudan aufgrund jiingster, z. T. noch nicht naher ausgewerteter Untersuchungen in Niger, Burkina Faso und Togo. Die Untersuchungs gebiete (vornehmlich im Bereich von Altdiinen und auf Eisenkrusten des Continental Terminal) reichen von der Randwiiste bis zum feuchten tropischen Bergwald. Auch hier wurden weithin braune iiber roten Bodenfarben angetroffen, wobei sich allgemein di Frage nach den gegenwartigen und vorzeitlichen Bildungsbedingungen stellt. B. Glaser (Hamburg) stellte ihre Arbeiten aus dem Altdiinenkomplex des Sudan (Provinz Weifier Nil) vor, wo mittels quanti tativer sedimentpetrographischer Methoden (beson d rs der granulometrischen Sandanalyse) eine regio nale und phasenhaft-altersmafiige Gliederung der Diinen mit ihren Verwitterungsund Umlagerungs produkten abgeleitet wurde. A. Skowronek (Wiirz burg) beschaftigte sich mit der Verwitterung und Bod nbildung in der zentralen Sahara unter Beriick sichtigung von Bodenstratigraphie, Bodenfarbe, Ton mi eralvergesellschaftung, Relief und Grundwasser einflufi. Palaoboden und polygenetische Boden domi nieren. Interpretationsschwierigkeiten gibt es bei der Differenzierung autochthoner und allochthoner Boden sowie allgemein bei der Frage, ob unterschied liche Verwitterungsintensitaten entsprechenden Unterschieden im Bildungsmilieu oder dem Zeit faktor zuzuschreiben sind. Allgemein zeigte die Aussprache zu diesem Themenkreis, dafi die Bil dungsbedingungen aktueiler und vorzeitlicher Ver witterungsdecken und Boden in den semiariden Randtropen und Subtropen keineswegs hinlanglich bekannt sind, um daraus generelle und weitreichende Folgerungen geomorphologischer oder klimage schichtlicher Art abzuleiten. Starker als bislang ii lich sind die lokalen bzw. standortlichen Differen zierungen (Substrat, Lage im Relief u. a.) zu be ach ten
Geology · Landslides and related hazards · Tree Root and Stability Studies
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