Skip to main content

ETHNOS_APP

Home • Search • Journals • List 0

Raimondo de Marliano. Ein Schicksal des Quattrocento zwischen Italien und Burgund

Bibliographic Data

ID16356337
AuthorsWerner Paravicini (corresponding author)
Year2011
Volume89
Issue3
Pages1075-1164
Publication date2011-01-01
Open AccessNo
TypeARTICLE
VenueRevue belge de philologie et d histoire (JOURNAL)
Journal identifiersISSN: 0035-0818 • E-ISSN: 2295-9068
PublisherPERSEE Program (PUBLISHER)
DOI10.3406/rbph.2011.8351
OpenAlexW1996568447
LanguageDE

Werner Paravicini, Raimondo de Marliano. Ein Schicksal des Quattrocento zwischen Italien und Burgund Das Leben des Raimondo de Marliano zu rekonstruieren war in einiger Anschaulichkeit möglich, weil das ausführliche, hier edierte Testament vom Jahre 1475 erhalten ist, zusammen mit einigen anderen sprechenden Quellen. Zunächst schien er, aus stadtadliger Mailänder Familie stammend, in seiner Heimat aufzusteigen, dann aber ging er, vom Herzog von Burgund gerufen, über die Alpen und kehrte gegen seinen Willen im Konflikt mit dem Herzog von Mailand nie mehr wirklich nach Italien zurück. Lehrer des einen wie des anderen Rechts an der Universität in Dole, dann in Löwen, burgundischer Rat, zeitweilig Kanzler des Fürstbischofs von Lüttich, römischer Kurialer, schließlich aber prominenter Prozeßgegner Karls des Kühnen, hat er es nie zu jener großen Stellung gebracht, die diesem Starjuristen bestimmt zu sein schien. Zunächst weltlich, dann, nach dem Tode seiner Frau geistlich, errichtete er in seinem Testament große Stiftungen, nicht nur in Mailand selbst, sondern auch in Alt Sankt-Peter in Rom und überall dort im Norden, wo er bepfründet gewesen war : in Lüttich und Besançon, Tournai und Cambrai, Dole und Löwen, deren Institutionen alle Stipendiaten in seine große Paveser Studienstiftung entsenden durften. Zu seinen Testamentsexekutoren gehören nicht nur der burgundische Großkanzler Guillaume Hugonet und Jean Carondelet, der Präsident des obersten Gerichtshofes in Mecheln, sondern auch die bekannten Kunstmäzene Accerrito und Tommaso Portinari, Bankiers des Hauses Medici in Mailand und Brügge. Das zeigt das Niveau an, in dem Marliano sich bewegte. Er war ein typischer Vertreter des neuen Standes fürstlicher Räte, von seinen nördlichen Zeitgenossen zuweilen mit Mißtrauen betrachtet, und als Kommentor von Caesar und Tacitus ein bedeutender Vermittler von südlicher und nördlicher Antike. Schließlich aber war er ein Mensch, dem es, ohne Leibeserben, in einer Zeit abnehmender Kräfte und schwerer Krankheit, gelang, gegen seine eigene Verwandtschaft das Überleben im Gedächtnis zu sichern. In ähnlicher Lage versuchen Zeitgenossen dergleichen noch heute

Art · Humanities · Historical and Cultural Studies of Poland · Medieval European History and Architecture

Highly citedNo

Tools

Open DOI
Ethnos_APP • Open Source Project • MIT License • Frontend v2.0.0 • Privacy and Cookies • API Documentation: api.ethnos.app/docs • API Source Code: GitHub • DOI: 10.5281/zenodo.17049435 • Frontend Source Code: GitHub • DOI: 10.5281/zenodo.17050053 • cruz.rio.br • Expectantes Misericordiae