Aufstocker
Die Kerngruppe der Erwerbsarmut
Bibliographic Data
| ID | 16857796 |
|---|---|
| Authors | Ulrich Walwei (corresponding author) |
| Year | 2023 |
| Volume | 72 |
| Issue | 2 |
| Pages | 131-151 |
| Publication date | 2023-02-01 |
| Open Access | No |
| Type | ARTICLE |
| Venue | Sozialer Fortschritt (JOURNAL) |
| Journal identifiers | ISSN: 1865-5386 • E-ISSN: 0038-609X |
| Publisher | Duncker & Humblot GmbH (PUBLISHER • DE) |
| DOI | 10.3790/sfo.72.2.131 |
| OpenAlex | W4321116100 |
| Language | EN |
| Citations received | 1 |
| References cited | 3 |
Erwerbsarmut beschreibt eine Situation, in der Menschen trotz eines Erwerbseinkommens vielfältige Einschränkungen im alltäglichen Leben in Kauf nehmen müssen. Ihre Messung erfolgt zumeist mit Hilfe spezifischer Verteilungsmaße, mit denen eine Relation zwischen niedrigen und durchschnittlichen Einkommen von Haushalten hergestellt wird. Sie kann auch an der Notwendigkeit des Bezugs bedarfsorientierter Leistungen von erwerbstätigen Personen festgemacht werden. Im hierzulande geltenden System der Grundsicherung für Arbeitsuchende handelt es sich in diesem Zusammenhang um erwerbstätige Leistungsberechtigte oder um sogenannte „Aufstocker/-innen“. Der Beitrag beschäftigt sich mit der quantitativen Bedeutung dieser Gruppe und fragt danach, welche wesentlichen Faktoren für deren Status verantwortlich sind und welche arbeitsmarktpolitischen Ansatzpunkte sich daraus ergeben. Die empirische Analyse verdeutlicht, dass die Gruppe der erwerbstätig Leistungsbeziehenden quantitativ mit rund 2 % der Erwerbstätigen deutlich kleiner ausfällt als das relative Maß für Erwerbsarmut (rd. 9 %). Der Personenkreis ist dadurch gekennzeichnet, dass er selbst bzw. auch im Haushaltskontext allein durch Erwerbsarbeit nicht das soziokulturelle Existenzminimum erreicht. Er kann damit als Kern der Erwerbsarmut hierzulande betrachtet werden. Die vorliegende Untersuchung zeigt, dass Alleinstehende und alleinerziehende Personen in der Gruppe der erwerbstätigen Leistungsberechtigten überrepräsentiert sind. Zudem werden Aufstocker-/Aufstockerinnen hierzulande vor allem durch ein hohes Niveau an Teilzeitbeschäftigung und niedrige Stundenlöhne geprägt. Mögliche Reformen sollten in der Summe auf eine umfassende Stärkung der Arbeitsanreize im Niedriglohnbereich und eine verbesserte soziale Infrastruktur für einkommensschwache Haushalte setzen
Gynecology · Political science · Employment and Welfare Studies · Gender, Labor, and Family Dynamics · Medicine · Social Policy and Reform Studies
| Citations per year | 1 |
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| Citation span | 2025 - 2025 (1) |
| Highly cited | No |