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Die Erkundung des Feldes und die Deutung der Daten. Annäherungen an die (lebensweltliche) Ethnographie

Bibliographic Data

ID20041405
AuthorsRonald Hitzler (corresponding author)
Year2000
Pages17-31
Publication date2000-01-01
Peer ReviewedYes
Open AccessNo
TypeCHAPTER
VenueEthnographische Methoden in der Jugendarbeit (SOURCE_BOOK)
PublisherVS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE)
DOI10.1007/978-3-663-01256-6_1
OpenAlexW149044269
ISBN9783663012566
LanguageDE
Citations received10
References cited11

Ethnographie im von uns gemeinten Sinn erschöpft sich keineswegs ‚nur‘ in einem spezifischen Ausschnitt aus dem methodischen Arsenal der empirischen Sozialforschung. Ethnographie meint vielmehr ein besonderes Forschungsprogramm, das darauf abzielt, ‚fremde Welten‘ zu erkunden, d.h. andere Kulturen1 sozusagen ‚von innen‘ her zu verstehen. Insofern Welten als Korrelate des Erlebens von Sinnzusammenhängen zu begreifen sind, avisiere ich hier ein Programm, das empirisch stark deskriptiv orientiert ist — nämlich eben an den Erfahrungen, die Menschen machen. Ein solches Programm impliziert ein allgemeines Forschungskonzept, das wegführt vom sozusagen ‚kolonialistischen‘, pseudo-objektivistischen Über-Blick (nicht nur) der konventionellen Soziologie — über die Köpfe der Akteure hinweg — und hin zum mühevollen Durch-Blick sozusagen durch die ‚Augen‘ der Akteure hindurch, wie es — wenigstens der Idee und dem Prinzip nach — bislang am konsequentesten mit der phänomenologischen Lebensweltanalyse in der Tradition von Alfred Schütz verfolgt wird (vgl. Hitzler/Eberle 2000). Allerdings muß soziologische Lebensweltanalyse, will sie nicht in die Untiefen einer empiriefernen ‚Bilderbuch-Phänomenologie‘ abgleiten, eben integriert sein in ein methodenplurales, triangulatives ethnographisches Forschungskonzept, wie es vor allem Anne Honer (z.B. 1993a, S. 32ff., 1993b und 1994a) und Hubert Knoblauch (z.B. 1991, 1995 und 1996) unter dem Etikett einer ‚lebensweltlichen Ethnographie‘ ausgearbeitet haben: „ ‚Lebensweltanalyse‘ meint ... den methodischen Versuch, die Welt gleichsam durch die Augen eines idealen Typs (irgend-)einer Normalität hindurchsehend zu rekonstruieren. (...) Und die ideale Basis für für die damit verbundene Form der Ethnographie ist eben ... der Erwerb der praktischen Mitgliedschaft an dem Geschehen, das erforscht werden soll, und damit der Gewinn einer existenziellen Innensicht.“ (Honer 2000; 198)

Art · Humanities · German Social Sciences and History · Philosophy · Psychoanalysis and Social Critique · Sociology and Education Studies

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Citation span2002 - 2018 (17)
Citation velocityhistorical
Highly citedNo
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