Bildung als performativer Prozess - ein neuer Fokus erziehungswissenschaftlicher Forschung
Bibliographic Data
| ID | 20041660 |
|---|---|
| Authors | Christoph Wulf (0000-0001-6476-7049), Jörg Zirfas (0000-0003-2088-6569, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) |
| Year | 2007 |
| Pages | 291-301 |
| Publication date | 2007-10-17 |
| Peer Reviewed | Yes |
| Open Access | No |
| Type | CHAPTER |
| Venue | Bildung u ber die lebenszeit (SOURCE_BOOK) |
| Publisher | VS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE) |
| DOI | 10.1007/978-3-531-90208-1_24 |
| OpenAlex | W2233828663 |
| ISBN | 9783531902081 |
| Language | DE |
| Citations received | 3 |
| References cited | 11 |
AuszugDer in den letzten Jahren zu konstatierende performative turn in den Kultur- und Sozialwissenschaften hat auch für die Erziehungswissenschaften erhebliche Konsequenzen. Wer heute vom Performativen spricht, ist Teil eines sich in den Sozialwissenschaften zur Zeit etablierenden Diskurses, der die aus der Sprachwissenschaft stammenden Begriffe „dperformativ“ und „Performanz“, den kunstund theaterwissenschaftlichen Begriff der „performance“ und den zunächst in der Genderforschung verwendeten Begriff der „Performativität“ zusammenführt. Gemeinsam ist diesen Begriffen, dass sie sich weniger um Tiefer- bzw. Dahinterliegendes als um das phänomenale Geschehen, weniger um die Struktur und die Funktionen als um den Prozess, weniger um Text oder Symbol als um die Herstellung von Wirklichkeit bemühen. Die Perspektive des Performativen rückt die Inszenierungs- und Aufführungspraktiken sozialen bzw. pädagogischen Handelns, deren wirklichkeitskonstitutive Prozesse sowie den Zusammenhang von körperlichem und sprachlichem Handeln, Macht und Kreativität in den Mittelpunkt. Mit der Idee, Prozesse der Interaktion und dramaturgische Sprach- und Handlungsvollzüge sowie Körperlichkeit und Materialität der Erziehungs- und Bildungssituationen in den Mittelpunkt zu rücken, fokussiert der Blickwinkel des Performativen auf Rahmungen, Szenerien, mimetische Zirkulationsformen, Präsentationspraktiken und Darstellungssituationen. In diesem Sinne erscheint der performative Fokus als Bereicherung der qualitativen Bildungsforschung bzw. der pädagogischen Ethnografie. Denn performative Bildungs- und Lernprozesse-im Zusammenhazng mit den dazugehörigen performativen pädagogischen Handlungspraktiken - sind im Bereich von Erziehung, Bildung und Sozialisation bislang kaum empirisch untersucht worden
Humanities · Arts, Culture, and Music Studies · German Social Sciences and History · Philosophy · Sociology and Education Studies
| Unique citing works | 3 |
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| Citations per year | 0,21 |
| Citation span | 2012 - 2025 (14) |
| Citation velocity | recent |
| Highly cited | No |
| Citation types | Neutral: 3 |