Spencer und Durkheim über Arbeitsteilung und Differenzierung
Kontinuität oder Bruch
Bibliographic Data
| ID | 20041833 |
|---|---|
| Authors | Dietrich Ruschemeyer (corresponding author) |
| Year | 1985 |
| Pages | 163-180 |
| Publication date | 1985-01-01 |
| Peer Reviewed | Yes |
| Open Access | No |
| Type | CHAPTER |
| Venue | Soziale Differenzierung (SOURCE_BOOK) |
| Publisher | VS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE) |
| DOI | 10.1007/978-3-663-11396-6_6 |
| OpenAlex | W2114385037 |
| ISBN | 9783663113966 |
| Language | DE |
| Citations received | 5 |
| References cited | 14 |
Die Begriffe Arbeitsteilung und soziale Differenzierung repräsentieren eine Problematik, die seit mehr als zweihundert Jahren eine zentrale Rolle in der Theorie der Gesellschaft gespielt hat. Von den frühesten Behandlungen der Arbeitsteilung in der Sozialphilosophie des griechischen Altertums abgesehen, zieht sich eine kontinuierliche Theorietradition durch das soziologische Denken des neunzehnten Jahrhunderts, die nicht nur auf Adam Smith sondern weiter auf Mandeville und andere Vorläufer der schottischen Gesellschaftstheoretiker zurückgeht. Wenn Adam Smith, Claude-Henri Saint-Simon, August Comte, Alexis de Tocqueville, Karl Marx, Herbert Spencer, Karl Bücher, Georg Simmel, Emile Durkheim und Max Weber die Thematik in der jeweils verschiedenen Problemperspektive ihres Werkes aufnehmen und ihre spezifischen Beiträge zum Verständnis der verschiedenen Formen der Arbeitsteilung, ihrer Ursachen und ihrer Wirkungen machen, so sind sie sich in ganz besonderer Weise der jeweiligen Vorgänger bewußt. Diese Kontinuität äußert sich nicht etwa nur darin, daß Smith’s pin factory so oft zitiert wird, daß sie zum fast sprichwörtlichen Modell der Arbeitsteilung geworden ist. Viel esoterischere Teilthemen wie zum Beispiel das der „Entfremdung“ als Folge von Arbeitsteilung zeigen eine ganz ähnliche Kontinuität: ist man willens, Ähnlichkeiten des Begriffs und der Problematik auch dann anzuerkennen, wenn sie nicht unter dem romantischen Etikett erscheinen, so finden sich bedeutende Beiträge zum Beispiel bei Smith, de Tocqueville, Spencer, Durkheim und Weber. Wichtiger noch als solche spezifischen Zitate und unmittelbaren Fortentwicklungen früherer Ideen ist, daß auch und gerade, wo ein Marx, Spencer oder Durkheim an der Problematik von Arbeitsteilung und Differenzierung den eigenen theoretischen Standort entwickelt, der Bezug auf die Theorietradition von besonderer Bedeutung bleibt — sei es in der Form von Distanzierung und Kritik, sei es in Übereinstimmung und Berufung auf die Vorgänger oder sei es in rekonstruierender Uminterpretation. Es gibt nur wenige Probleme der Gesellschaftstheorie, die über so lange Zeit hinweg ein solch kontinuierliches Interesse gefunden und zudem im Zentrum der Theoriebildung gestanden haben
Humanities · Emile Durkheim and Sociology · Philosophy · Political Economy and Marxism · Weber, Simmel, Sociological Theory
Herbert Spencer
Structure of Social Action
Emile Durkheim oder die Geburt der Gesellschaft aus dem Geist der Soziologie
Le Socialisme. Sa Definition, ses Debuts. La Doctrine Saint-Simonienne
Emile Dürkheim oder die Geburt der Gesellschaft aus dem Geist der Soziologie
Social Change in the Industrial Revolution. An Application of Theory to the British Cotton Industry, 1770-1840
Herbert Spencer on Social Evolution
Religious Evolution
Social Change, Differentiation and Evolution
Emile Durkheim
On Durkheim's Explanation of Division of Labor
The Utilitarians Revisited
Structural Differentiation, Efficiency, and Power
Herbert Spencer's Four Theories of Social Evolution
| Unique citing works | 5 |
|---|---|
| Citations per year | 0,15 |
| Citation span | 1993 - 2021 (29) |
| Citation velocity | historical |
| Highly cited | No |
| Citation types | Neutral: 5 |