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Die politische Theorie der Interpenetration

Richard Münch

Bibliographic Data

ID20042474
AuthorsCarsten Stark (corresponding author)
Year1999
Pages263-285
Publication date1999-01-01
Open AccessNo
TypeCHAPTER
VenuePolitische Theorien der Gegenwart (SOURCE_BOOK)
PublisherVS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE)
DOI10.1007/978-3-322-97432-7_12
OpenAlexW1555481872
ISBN9783322974327
LanguageDE
References cited2

Die soziologische Theorie von Richard Münch wird in der Regel unter der Rubrik „neoparsonianisch“ oder „neofunktionalistisch“ gefaßt. Dies vor allem, da die Verwendung des noch näher zu beschreibenden Parsonschen AGIL-Schemas besonders augenfällig ist. Doch mit einer solchen Zuweisung wird man weder Richard Münch noch der Theorie sozialer Systeme von Talcott Parsons gerecht. Münch studierte in Heidelberg bei Ernst Topitsch Soziologie und promovierte bei Ernst Tugendhat und Carl F. Graumann, aus diesem akademischen Werdegang spricht eher eine Verbindung zur Schule des Kritischen Rationalismus (vgl. Münch 1974). Zwar griff Münch bereits frühzeitig die systemtheoretischen Arbeiten von Parsons auf, doch machte sein erkenntnistheoretischer Standpunkt eine entscheidende Umgestaltung notwendig. Diese in „Theorie des Handelns“ (Münch 1982) formulierte Neugestaltung des theoretischen Grundkonzeptes führte Münch zu seiner Theorie der Interpenetration, die er in „Die Struktur der Moderne“ (Münch 1984) als eigenständige Modernisierungstheorie ausgearbeitet hat. In einer zweiten Schaffensperiode arbeitete Münch (1986) diese Modernisierungstheorie inhaltlich anhand der modernen Gesellschaften Frankreichs, Großbritanniens, Deutschlands und den USA aus. In diesen Arbeiten wird die Orientierung Münchs an der Rationalisierungstheorie von Max Weber sehr deutlich, eine Orientierung, die weit über die Parsonsche Weberinterpretation hinausgeht und auch auf diese Weise zu einer Loslösung von dessen Theoriedesign führte. Deutlich wird dies aber auch in der Soziologie der Politik und in der Münchschen Auseinandersetzung mit Niklas Luhmann, der — ebenfalls bei Parsons beginnend — den Weg der Radikalisierung des systemischen Paradigmas gegangen ist, also die genau entgegengesetzte Richtung zu Münch (1996) eingeschlagen hat

Humanities · Critical Theory and Philosophy · Philosophy · Sociology and Education Studies · Weber, Simmel, Sociological Theory

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