Auf dem Weg zu einer kultursoziologischen Analytik zwischen Praxeologie und Poststrukturalismus
Bibliographic Data
| ID | 20043482 |
|---|---|
| Authors | Andreas Reckwitz (University of Konstanz, corresponding author) |
| Year | 2010 |
| Pages | 179-205 |
| Publication date | 2010-01-01 |
| Peer Reviewed | Yes |
| Open Access | No |
| Type | CHAPTER |
| Venue | Kultursoziologie (SOURCE_BOOK) |
| Publisher | VS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE) |
| DOI | 10.1007/978-3-531-92300-0_8 |
| OpenAlex | W187396655 |
| ISBN | 9783531923000 |
| Language | DE |
| Citations received | 20 |
| References cited | 24 |
Wissenschaftliches Arbeiten kommt nicht ohne affektive Orientierungen aus. Folgt man Max Weber, dann stellen sich die modernen Institutionen zwar auf den ersten Blick als Rationalmaschinen dar, als Orte der scheinbar affektfreien formalen Rationalität, unter denen das wissenschaftliche Feld mit seiner institutionalisierten Teleologie der empirischen Überprüfung von Hypothesen, seinem ‚Willen zur Wahrheit’ herausragt. Bei näherer Betrachtung gilt jedoch für alle gesellschaftlichen Sphären der Moderne, gerade für die scheinbar rationalsten wie die kapitalistische Ökonomie, den Staat und die Politik, schließlich für die Wissenschaft, dass sie ohne spezifische affektive, libidinöse Orientierungen nicht auskommen, welche die Individuen motivieren, an ihnen zu partizipieren. Während die Affektivität der modernen Ökonomie – die Lust am Exzess der Konsumtion, das Spektakel des riskanten Marktes, die Befriedigung des Arbeitens im Kollektiv oder im Projekt –, ebenso wie die Affektivität der modernen Politik – die Produktion von kollektiven Identitäten, die Inszenierung von Macht und Zukunftshoffnung, die Lust am Kampf – mehr und mehr ins Bewusstsein getreten sind (vgl. insgesamt Massumi 2002), bleiben die untergründigen libidinösen Orientierungen der Wissenschaften zu entdecken. Die allmähliche Entstehung der gegen die Blutleere der Scholastik gerichteten modernen Naturwissenschaften im Renaissance-Humanismus (vgl. Zilsel 1992) ist so kaum begreifbar ohne die exzentrische Lust am spielerischen Experiment, am praktischen Umgang mit den konkreten Dingen und am Umstürzen von Vorurteilen. Die Geistes- und Sozialwissenschaften haben ihre spezifischen Affektivitäten ausgebildet, die Roland Barthes’ „Lust am Text“ (Barthes 1974) ebenso einschließen wie die Lust an der (Herrschafts-) Kritik
Humanities · Lust · Theology · German legal, social, and political studies · German Social Sciences and History · Philosophy · Sociology and Education Studies
Subjekte photographieren
Sensing Collectives, an Introduction
Auspowern und Empowern?
Musikschule und Gender. Inklusive und intersektionale Perspektiven auf Genderaspekte in der außerschulischen Musikpädagogik
Performatives Theoretisieren
Kultursoziologie im deutschsprachigen Raum
Rekonstruktion, Rationalismuskritik und Praxeologie
Einleitung
Praxis und Praktiken
Netzwerke als transversale Felder
Doing governance – eine praxistheoretische Perspektive auf Governance im Bildungswesen
Praxistheorie
Praxeologische Wissenssoziologie
Das Realitätsproblem der Sozialwissenschaften
Praxeologische Wissenssoziologie
Sensing Collectives
Grundlegende Probleme des empirischen Kulturvergleichs. Ein problemorientierter Überblick über aktuelle Diskussionen
Erstrebenswerte Unselbständigkeit? Die Ambivalenz der Pflegebegutachtung
Die Sprachlichkeit der Anerkennung
Becoming the Phenomenon? An Alternative Approach to Reflexivity in Ethnography
Social Practices
Studies in ethnomethodology
The Social Life of Things
Vom Diskurs zum Dispositiv
Globalization as Hybridization
Globalization as Hybridization
Subjekt
L'Empire du sens
On Interobjectivity
Wissenssoziologische Diskursanalyse
Grundelemente einer Theorie sozialer Praktiken / Basic Elements of a Theory of Social Practices
Ethnografisches Schreiben und die Schweigsamkeit des Sozialen / Ethnographic Writing and the Silence of the Social
Perspektiven der Kultursoziologie
Unscharfe Grenzen
Parables for the Virtual
Simians, Cyborgs, and Women
Wir sind nie modern gewesen
| Unique citing works | 20 |
|---|---|
| Citations per year | 1,33 |
| Citation span | 2011 - 2024 (14) |
| Citation velocity | recent |
| Highly cited | No |
| Citation types | Neutral: 20 |