Zusammenfügen, was auseinanderstrebt
Zur familialen Lebensführung von Berufstätigen
Bibliographic Data
| ID | 20055173 |
|---|---|
| Authors | Maria S Rerrich (corresponding author) |
| Year | 2000 |
| Pages | 247-263 |
| Publication date | 2000-01-01 |
| Open Access | No |
| Type | CHAPTER |
| Venue | Lebensführung und Gesellschaft (SOURCE_BOOK) |
| Publisher | VS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE) |
| DOI | 10.1007/978-3-322-95162-5_13 |
| OpenAlex | W646775046 |
| ISBN | 9783322951625 |
| Language | DE |
| Citations received | 3 |
| References cited | 3 |
Während in der öffentlichen Debatte Individualisierung meist fälschlicherweise nur als Freisetzung des Einzelnen aus traditionellen Zwängen dargestellt wird, knüpft dieser Beitrag an die klassische Bestimmung von gesellschaftlichen Individualisierungsprozessen an: als ambivalente Einheit von Freisetzung und neuer Einbindung des Subjekts in gesellschaftliche Strukturen. Wie sich gesellschaftliche Individualisierungsprozesse in diesen beiden widersprüchlichen Dimensionen auf die alltägliche Lebensführung von Familien auswirken wird an Hand von empirischen Befunden des Projekts „Alltägliche Lebensführung“diskutiert. Gezeigt wird, daß der Familienalltag zur zunehmend komplexen Gestaltungsaufgabe wird, in der Elemente wie Flexibilisierung und Rationalisierung immer bedeutsamer werden. Neue Anforderungen in der Arbeit des Alltags können je nach materiellen, kulturellen, sozialen aber auch persönlichen Ressourcen neue Chancen, aber auch neue Risiken für die Subjekte mit sich bringen. Erweiterte Handlungsspielräume sind eine ebenso mögliche Konsequenz wie das Gefühl der ständigen Überforderung und Hilflosigkeit. Mit diesem Beitrag werden zentrale empirische Befunde des Projekts in den Kontext der (familien-)soziologischen Debatte um Individualisierung und neue Risiken gestellt. Die Analyse der alltäglichen Lebensführung zeigt typische aktuelle Entwicklungen in Familien in Richtung Individualisierung in ihrem Spannungsverhältnis von Freisetzung aus traditionellen Bindungen einerseits und Einbindung in neue, immer unübersichtlicher werdende Abhängigkeiten andererseits. Zugleich wird deutlich, wie sehr Familien heute dazu gezwungen sind, familiale Gemeinsamkeit im Alltag gegen die dominante Logik herrschender gesellschaftlicher Strukturen durchzusetzen
Humanities · Political science · Intergenerational Family Dynamics and Caregiving · Philosophy · Social Policy and Reform Studies · Sociology and Education Studies
| Citations per year | 0.17 |
|---|---|
| Citation span | 2008 - 2025 (18) |
| Highly cited | No |