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Gesellschaftslehre im Übergang zur Industriellen Gesellschaft

Bibliographic Data

ID20067088
AuthorsFriedrich Jonas (Johannes Gutenberg University Mainz, corresponding author)
Year1980
Pages244-334
Publication date1980-01-01
Open AccessNo
TypeCHAPTER
VenueGeschichte der Soziologie 1 (SOURCE_BOOK)
PublisherVS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE)
DOI10.1007/978-3-322-86652-3_5
OpenAlexW132939586
ISBN9783322866523
LanguageDE
References cited16

Das große Thema der im 18. Jahrhundert begründeten Soziologie war die Emanzipation. Die Einsicht, daß es gesellschaftliche Handlungs-zusammenhänge gibt, die sich selbst regulieren und daher nicht vom Staat oder von der Kirche reguliert werden müssen, begründet den Er-kenntnisgegenstand der Soziologie und legitimiert die Forderung, diese neu entdeckte bürgerliche Gesellschaft von den Fesseln der Vergangenheit zu befreien. Die innere Gesetzlichkeit menschlichen Handelns und der menschlichen Gesellschaft, das ist die Antwort, die das 18. Jahrhun-dert auf die Krisis des 17. Jahrhunderts gibt. Diese Antwort ist ebenso radikal neu wie der Ansatz der experimentellen Naturwissenschaften, die Natur als eine eigengesetzliche Sache aufzufassen. Hier wird die alte Vorstellung abgelöst, daß alle menschlichen Handlungszusammenhänge und zumal die Integration einer Hochkultur von oben geplant und ver-waltet werden müßten, eine Vorstellung, für die bis heute Platons das klassische Beispiel ist. Seit der Gründung des pharaonischen Großreiches, der ägyptischen Wasserbaubürokratie, war es immer selbst-verständlich gewesen, daß das Zusammenhandeln und Zusammenleben der Menschen einen Herrn voraussetzt, der diesem Handeln Gesetz und Ordnung gibt. Noch Hobbes hatte diese Vorstellung mit aller Schärfe vertreten, aber gegen ihn waren Montesquieu, Locke und andere auf-getreten und hatten die Vorstellung eines Geistes der Gesetze, einer ge-sellschaftlichen Eigengesetzlichkeit entwickelt, die über diese und ähn-liche Herrschaftsansprüche hinweggehe. Ebenso wie die Natur zu einer eigengesetzlichen Sache wird, werden jetzt auch die Handlungszusam-menhänge der Menschen als eigengesetzliche begriffen. Sie hängen nicht von dem Willen dieses oder jenes Herrschers ab, sie sind kein Material, über das nach Belieben verfügt werden kann; hier drückt sich vielmehr das Schwergewicht einer Sache aus, die sich gegenüber allen Bemühun-gen, sie zu verwalten und zu kontrollieren, immer wieder durchsetzt

Humanities · Economic and Social Issues · German Social Sciences and History · Philosophy · Weber, Simmel, Sociological Theory

  • Georges Sorel

    Richard Humphrey, Richard L Humphrey et al.•George Sorel•1951

  • Geschichte des Vereins für Sozialpolitik 1872–1932

    Franz Boese, Boese Franz•Geschichte des Vereins für…•1939

  • Imperialism and Social Reform

    Bernard Semmel•Imperialism and Social Reform•2023

  • Ideengeschichte der sozialen Bewegung des 19. und 20. Jahrhunderts

    Werner Hofmann, Wolfgang Abendroth•Ideengeschichte der Sozialen…•1962

  • Soziologie

    Leopold Von Wiese•Soziologie•1960

  • Ideengeschichte der sozialen Bewegung des 19. und 20. Jahrhunderts

    Werner Hofmann, Wolfgang Abendroth•Ideengeschichte der Sozialen…•1968

  • Die Philosophie der Geschichte als Sociologie

    Arthur Fairbanks, Paul Barth•The Philosophical Review•1898

  • Hegels Gesellschaftsbegriff und seine geschichtliche Fortbildung durch Lorenz Stein, Marx, Engels und Lassalle

    George H Sabine, Paul Vogel•The Philosophical Review•1926

  • Lorenz von Stein und die Gesellschaftlehre

    L R Phelps, Ernst Grunfeld•The Economic Journal•1911

  • Gustav Schmoller und die Volkswirtschaftslehre

    M J Bonn, Carl Brinkmann•The Economic Journal•1938

  • Die Entwicklung der sozialen Frage

    Ferdinand Tönnies, Cornelius Bickel•Die Entwicklung der Sozialen…•1913

  • La jeunesse d’Auguste Comte et la formation du positivisme

    Raymond Aron•Zeitschrift für Sozialforschung•1934

  • Empirical Social Research in Germany 1848-1914

    Guenther Roth, Anthony Oberschall•American Sociological Review•1966

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