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Kulturtheorien der Gegenwart – Heterotopien der Theorie

Bibliographic Data

ID20069459
AuthorsStephan Moebiu (0000-0001-6141-4838), Stephan Moebius, Dirk Quadflieg
Year2011
Pages11-18
Publication date2011-01-01
Peer ReviewedYes
Open AccessNo
TypeCHAPTER
VenueKultur (SOURCE_BOOK)
PublisherVS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE)
DOI10.1007/978-3-531-92056-6_1
OpenAlexW1946200579
ISBN9783531920566
LanguageDE
Citations received2
References cited4

Wirft man einen Blick auf die Entwicklung der geisteswissenschaftlichen Theoriebildung des letzten Jahrhunderts, so lässt sich ein seit den dreißiger Jahren besonders durch Marcel Mauss und Claude Lévi-Strauss angeregter, aber erst ab dem letzten Drittel des 20. Jahrhunderts beschleunigter und weit ausdifferenzierender cultural turn entdecken. Entgegen behavioristischen oder funktionalistischen Erklärungsmodellen des Sozialen aus den fünfziger Jahren, die meinten, die subjektiven Sinn- und Weltdeutungen sowie die Handlungsmodalitäten der sozialen Akteure außen vor zu lassen und lediglich die hinter den Akteuren liegenden Kräfte zum bevorzugten Untersuchungsgegenstand zu erheben, entwickelten sich gerade in den letzten drei Jahrzehnten zahlreiche und durchaus heterogene Theoriestränge, die sich zu einem „kulturtheoretischen Feld“ verdichteten und deren kleinster gemeinsamer Nenner in einem wachsenden Interesse für die kulturellen Dimensionen des Sozialen besteht. Dieser Prozess ist – wie man durch die feldtheoretischen Analysen des französischen Soziologen Pierre Bourdieu weiß – nicht bloß gesellschaftlichen Veränderungen und Wirkungen geschuldet, sondern geht einher mit innertheoretischen Transformationen. Auch wenn beide Transformationsprozesse – gesellschaftliche wie innertheoretische – nicht gänzlich jeweils aufeinander reduzierbar sind, sind sie nichtsdestoweniger in einem engen Zusammenhang zu sehen. Einen gewichtigen Auslöser des cultural turn sehen Achim Landwehr und Stefanie Stockhorst beispielsweise in den zunehmenden Globalisierungsprozessen; die Forschungen richten ihr Augenmerk vermehrt auf Kultur, Sinnsysteme und Wissensordnungen just in dem Augenblick, wo diese brüchig zu werden drohen (vgl. Landwehr/ Stockhorst 2004: 74f.)

Art · Humanities · Political science · German Social Sciences and History · Innovation, Technology, and Society · Sociology and Education Studies

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Citation span2013 - 2014 (2)
Citation velocityhistorical
Highly citedNo
Citation typesNeutral: 1

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