Jenseits von Klasse und Schicht
Bibliographic Data
| ID | 20078080 |
|---|---|
| Authors | Jörg Rössel (0000-0002-1217-5727, corresponding author) |
| Year | 2005 |
| Pages | 23-83 |
| Publication date | 2005-01-01 |
| Peer Reviewed | Yes |
| Open Access | No |
| Type | CHAPTER |
| Venue | Plurale Sozialstrukturanalyse (SOURCE_BOOK) |
| Publisher | VS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE) |
| DOI | 10.1007/978-3-322-80794-6_2 |
| OpenAlex | W2488099472 |
| ISBN | 9783322807946 |
| Language | DE |
| Citations received | 2 |
Seit den frühen achtziger Jahren häufen sich die Publikationen, in denen über die Zukunft der Ungleichheitsforschung und vor allem über die Probleme der traditionellen Sozialstrukturanalyse diskutiert wird (Beck 1986; Berger 1986; 1987; Kreckel 1982; 1983 1992; Hradil 1987; Berger/Hradil 1990). Im Zentrum der Kritik steht dabei vor allem die Relevanz der Begriffe Klasse und Schicht.1 Hier soll versucht werden, die Hauptlinien dieser vielfach rezipierten Diskussionen kurz zusammenzufassen. Dabei konzentriere ich mich vor allem auf drei Ausprägungen der Kritik an der traditionellen Sozialstrukturanalyse: Erstens die Konzeption der Differenzierung der Sozialstruktur, die häufig auch mit einer Pluralisierung der Lebensformen und Lebensstile assoziiert wird und deren wichtigste Vertreter meines Erachtens in den achtziger Jahren vor allem Stefan Hradil (1983; 1987) und Peter A. Berger (1986) waren. Eine zweite Argumentationslinie konzentriert sich weniger auf die Ausdifferenzierung der Strukturen der sozialen Ungleichheit, sondern vor allem auf deren Verzeitlichung. Damit ist gemeint, dass die Zugehörigkeit zu spezifischen sozialen Kategorien zunehmend weniger stabil ist, sondern im Lebensverlauf immer häufiger wechselt (Berger 1990; 1996; Berger/Sopp 1995). Die dritte Argumentationslinie geht über diese Vorstellungen von der Differenzierung und Verzeitlichung der Sozialstruktur noch hinaus, indem sie die Entkopplung der Mentalitäten, Einstellungen und Verhaltensweisen der Menschen von ihrer Position in der Klassen- und Sozialstruktur behauptet.2 Beispiele für diese Perspektive sind in Deutschland vor allem die von Ulrich Beck formulierte Individualisie- rungsthese und in den angelsächsischen Ländern die Entwürfe einer postmodernen Sozialstrukturanalyse (Beck 1983; 1986; 1995; Pakulski/Waters 1996a; 1996b; Crook/Pakulski/Waters 1992)
Humanities · Political science · Philosophy · Sociology and Education Studies
| Unique citing works | 2 |
|---|---|
| Citations per year | 0,06 |
| Citation span | 1995 - 2018 (24) |
| Citation velocity | historical |
| Highly cited | No |
| Citation types | Neutral: 2 |