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Gewalt

Von der Enttabuisierung zur einflussnehmenden Forschung

Bibliographic Data

ID20081256
AuthorsUrsula Muller (corresponding author)
Year2004
Pages549-554
Publication date2004-01-01
Peer ReviewedYes
Open AccessNo
TypeCHAPTER
VenueHandbuch Frauen- und Geschlechterforschung (SOURCE_BOOK)
PublisherVS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE)
DOI10.1007/978-3-322-99461-5_67
OpenAlexW3023519707
ISBN9783322994615
LanguageEN
Citations received1
References cited3

Die Thematisierung von Gewalt im Geschlechterverhältnis richtete sich zunächst und v. a. auf die Gewalt gegen Frauen. Erste Publikationen aus England (vgl. Pizzey 1978), dem erste Berichte aus dem deutschen Sprachraum folgten (vgl. Benard/Schlaffer 1978, Frauenhaus Köln 1980), kündigten eine wichtige Veränderung an: Die dauerhafte und von heute aus gesehen endgültige Enttabuisierung eines Themas, das in der Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft bisher strikt privat gehalten und in der Familienforschung ignoriert (vgl. Benard/Schlaffer 1978) worden war. Gewaltausübung gegen Frauen im „sozialen Nahraum“ (vgl. Godenzi 1996) bzw. Gewalt gegen mit dem Täter „bekannte“ Frauen (vgl. Hearn 1998) ist geschichtlich betrachtet ein „normales“ Element der bürgerlichen Ehe; so stellte z.B. ein englisches Gerichtsurteil im Jahre 1891 fest, dass es Ehemännern verboten sei, ihre Frau zu schlagen, wenn der Schlagstock dicker war als der Daumen des Ehemannes; 1895 konnten englische Ehefrauen die Trennung vom Mann durchsetzen, wenn er sie länger als zwei Monate zu Hause eingeschlossen hatte (vgl. Walby 1990). Diese als Eingrenzung von Gewalt lesbaren Urteile zeigen zugleich das Ausmaß, in dem Gewalt als „normal“ galt. Auch heute noch zeigen Untersuchungen in den westlichen Industriestaaten, dass Frauen in ihrem privaten Lebensraum von Ehe bzw. Partnerschaft die größte Gefahr laufen, Opfer von Gewalt zu werden - weit häufiger als auf der Straße, am Arbeitsplatz oder an anderen Orten (vgl. Becker 2000). Dies ist jedoch im Falle kriegerischer Auseinandersetzungen, die mit ethnischen Vernichtungsangriffen einhergehen, zu relativieren, wie Massenmisshandlungen und -vergewaltigungen immer wieder zeigen

Art · Humanities · Political science · Feminism, Gender, and Social Issues · Sociology and Education Studies · Sociology and Norbert Elias

  • Frauen sind nicht von der Venus und Männer nicht vom Mars, sondern beide von der Erde, selbst wenn sie sich manchmal auf den Mond schießen könnten‘ – Elias und Gender

    Open Access•Annette Treibel•Zeitgenössische Gesellschaftstheori…•2012

  • Theorizing patriarchy

    Sylvia Walby•Theorizing patriarchy•1990

  • Behind Closed Doors

    M A Straus, Richard J Gelles et al.•Behind Closed Doors•2017

  • Gewalt im sozialen Nahraum

    Open Access•Manuela Brandstetter•Gewalt im sozialen Nahraum•2009

Unique citing works1
Citations per year0,07
Citation span2012 - 2012 (1)
Citation velocityhistorical
Highly citedNo
Citation typesNeutral: 1

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