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Wertorientierungen und Jugenddelinquenz

Bibliographic Data

ID20082249
AuthorsKlaus Boers, Andreas Pöge (0000-0002-2074-2816)
Year2003
Pages246-268
Publication date2003-01-01
Peer ReviewedYes
Open AccessNo
TypeCHAPTER
VenueGeschlecht -- Gewalt -- Gesellschaft (SOURCE_BOOK)
PublisherVS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE)
DOI10.1007/978-3-322-97595-9_14
OpenAlexW177635630
ISBN9783322975959
LanguageEN
Citations received2
References cited8

Es ist nicht neu, dass man trotz der öffentlichen Dauerdiskussion über die „wachsende“ Jugendgewalt und obwohl die Jugendkriminalität und kriminelle Karrieren seit mehr als einem halben Jahrhundert weltweit im Zentrum der kriminologischen Theoriebildung und empirischen Forschung stehen, noch immer so ganz Genaues nicht weiß. Insbesondere in Deutschland kennen wir nicht einmal das Ausmaß und die Intensität der Jugendkriminalität aus regelmäßigen und für das ganze Land repräsentativen Dunkelfeldbefragungen. Immerhin wissen wir aus (vor allem internationalen) Lebensverlauf- und Karrierestudien doch zumindest einiges von dem, was keine oder nur geringe Bedeutung zu haben scheint. So ergibt sich aus den die Forschung bislang dominierenden ätiologischen Bemühungen um die Kriminalitätsursachen, dass entgegen vielfältigen Erwartungen nicht biologische oder persönliche, sondern wenn schon, dann eher soziale, also familiäre, schulische und berufliche Faktoren bedeutsam sind. Hingegen sind die spätestens mit dem Labeling Approach immer wieder vermuteten negativen Effekte polizeilicher und justizieller Kontrollinterventionen kaum untersucht worden. Wo dies geschah, prägten meist polizeiliche Registrierungs- oder Verurteilungskarrieren, nicht jedoch persönliche oder soziale Defizitkarrieren das Bild. Aber dies sind bislang nur unvollständige empirische Hinweise — in für unsere überlieferten Kausalvorstellungen immerhin unerwartete Richtungen (Zum Ganzen: Benson 2002; Boers 2003). Es gibt jedenfalls kaum Längsschnittstudien, die sowohl das Dunkel- als auch das Hellfeld berücksichtigen und damit die kriminologisch überaus bedeutsamen Wechselbeziehungen zwischen lebensweltlichem Verhalten und formeller Sozialkontrolle beobachten können.1 Und es existiert bislang keine abgeschlossene Längsschnittstudie, die diese Wechselbeziehungen im Kontext modernisierter Sozialstrukturen untersucht. Danach sind nicht nur (vertikale) soziale und ökonomische Ungleichheiten, sondern vor allem auch die horizontale gesellschaftliche Differenzierung anhand von Wertorientierungen und Lebensstilen (im Hinblick auf die Herausbildung unterschiedlicher sozialer Milieus) zu berücksichtigen

Humanities · Political science · Corporate Governance and Management · Philosophy · Sociology and Education Studies

  • Utilizing personal values to explain people’s attitudes towards legal norms

    Open Access•Wolfgang Bilsky, Ingwer Borg et al.•European Journal of Criminology•2022

  • Musiktypologien und Delinquenz im Jugendalter

    Andreas Pöge•Soziale Welt•2011

  • Social pathology

    Edwin M Lemert•Social pathology•1951

  • Die Sozialstruktur Deutschlands

    Open Access•Rainer Geißler•Die Sozialstruktur Deutschlands•2002

  • Stress

    Susan Folkman•Encyclopedia of Behavioral Medicine•2013

  • Soziale Ungleichheit in Deutschland

    Open Access•Jürgen Schiener, Stefan Hradil•Soziale Ungleichheit in Deutschland•1999

  • Zwischen Integration und Ausgrenzung

    Susanna Burghartz•L Homme•1997

  • Expressive Ungleichheit

    Open Access•Hartmut Lüdtke•Expressive Ungleichheit•1989

  • Soziale Lage und Lebensstil

    Open Access•Werner Georg•Soziale Lage und Lebensstil•1998

Unique citing works2
Citations per year0,13
Citation span2011 - 2022 (12)
Citation velocityhistorical
Highly citedNo
Citation typesNeutral: 2

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