Appropriation und politischer Aktivismus in den USA
Bibliographic Data
| ID | 20085807 |
|---|---|
| Authors | Lutz Hieber (corresponding author) |
| Year | 2007 |
| Pages | 207-232 |
| Publication date | 2007-12-02 |
| Open Access | No |
| Type | CHAPTER |
| Venue | Politisierter Konsum - Konsumierte Politik (SOURCE_BOOK) |
| Publisher | VS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE) |
| DOI | 10.1007/978-3-531-90311-8_11 |
| OpenAlex | W184856625 |
| ISBN | 9783531903118 |
| Language | EN |
| Citations received | 2 |
| References cited | 6 |
Unsere deutsche Demokratie ist noch immer durch politische Denk-und Verhaltensweisen bestimmt, die das Erbe langfristiger Prozesse absolutistischer Herrschaft bewahren. Anders als in Ländern mit erfolgreichen bürgerlichen Revolutionen, blieb hier das autoritäre Moment ungebrochen. Noch in der Weimarer Republik blieb „der Verhaltens-und Empfindungskanon bürgerlicher Politiker auch weiterhin in recht hohem Maße durch die Verhaltens-und Empfindungstradition des deutschen und besonders des preußischen Adels mitbestimmt“ (Elias 2005: 39, Fn. 2). Daran knüpfte die Ideologie der nationalsozialistischen Bewegung an, die das Mehrparteiensystem der Weimarer Republik verachtete. Schließlich war die Masse des deutschen Volkes in ihrer Haltung zur Führung der Staatsgeschäfte in hohem Maße durch die absolutistische Tradition geprägt, wo die Rivalitäten, die Meinungsverschiedenheiten und Auseinandersetzungen der höfischen Fraktionen auf den inneren Zirkel beschränkt blieben. „Die Persönlichkeitsstruktur vieler Bürger war auf diese Regelung der öffentlichen Angelegenheiten abgestimmt“ (Elias 2002: 467). Dagegen verlangen öffentliche Auseinandersetzungen parlamentarischer Parteien, besonders wenn sie radikal auftreten, eine spezifische Art gezügelter Aggressivität. Politische Gegner jedweder Art sind zu tolerieren. Jedoch blieben auch nach der militärischen Niederlage der nationalsozialistischen Diktatur solche Haltungen unterentwickelt: „die Masse des westdeutschen Volkes, paralysiert durch die Niederlage, die Zerstörung, die zurückliegenden Leiden und die aktuelle Lebensnot, war nur zu willig, ihr Schicksal von neuem einer Vaterfigur anzuvertrauen“ (Elias 2005: 593)
Art · Humanities · Political science · History of Emotions Research · Sociology and Education Studies · Sociology and Norbert Elias
| Citations per year | 0.11 |
|---|---|
| Citation span | 2007 - 2009 (3) |
| Highly cited | No |