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Bevölkerungswissenschaft als Kulturwissenschaft

Bibliographic Data

ID20088353
AuthorsElfriede Üner (Technische Universität Berlin, corresponding author)
Year2002
Pages159-176
Publication date2002-01-01
Peer ReviewedYes
Open AccessNo
TypeCHAPTER
VenueBevölkerungslehre und Bevölkerungspolitik Vor 1933 (SOURCE_BOOK)
PublisherVS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE)
DOI10.1007/978-3-322-92254-0_9
OpenAlexW64978265
ISBN9783322922540
LanguageEN
Citations received1
References cited7

Bevölkerungswissenschaftliches Denken als obrigkeitsorientierte „Staatsbeschreibung“, sei es im Dienste der Außenpolitik und Diplomatie oder der internen Staatsverwaltung, war ein traditioneller Bestandteil der Staatswissenschaft seit der frühen Neuzeit; sie stand, mindestens seit der Spezialisierung der Statistik (sie wurde seit dem 17. Jahrhundert an Universitäten gelehrt), im Spannungsfeld zwischen Mathematisierung und Quantifizierung als „politische Arithmetik“ einerseits und einer kasuistischen Darstellung von besonderen Zuständen und Unterschieden der verschiedenen Staaten andererseits. Dabei ist eine synergetische wissenschaftliche Dynamik in Gang gekommen: Je mehr Mathematisierung und Quantifizierung der politisch-sozialen und wirtschaftlichen Zustände, desto vollständiger wurde das Material zur Darstellung von längerfristigen Entwicklungsseqenzen und von strukturellem Wandel — Quantifizierung bzw. Mathematisierung und Historisierung bzw. Differenzierung bedingten sich gegenseitig. Zu dieser innerwissenschaftlichen Ausdifferenzierung kam ein externer „Auslöser“ hinzu: Die radikalen Umbrüche der Französischen Revolution stellten die Leistungsfähigkeit der traditionellen juristischen und verwaltungstechnischen Staatslehre in Frage, da sie sich als unfähig erwiesen hatte, diese Krisen zu begründen oder gar vorauszusehen. Eine Hinwendung der staatswissenschaftlichen Forschungsinteressen zum „Volk“ als die eigentlich treibende historische Kraft war die Folge, und so wurde — zusammen mit der fortschreitenden Verfeinerung empirisch-statistischer Methoden — die Begründung der modernen Sozialwissenschaften im 19. Jahrhundert eingeleitet.1

Humanities · Political science · German Social Sciences and History · Philosophy

  • Zur Einführung

    Rainer Mackensen•Bevölkerungslehre und Bevölkerungsp…•2004

  • Neues Archiv für sächsische Geschichte

    Open Access•Karlheinz Blaschke•Neues Archiv für sächsische…•1998

  • Structure of Social Action

    Talcott Parsons•Structure of Social Action•1967

  • Politische Geographie oder die Geographie der Staaten, des Verkehres und des Krieges

    Friedrich Ratzel•Politische Geographie Oder Die…•1903

  • La Sociologie Allemande Contemporaine.

    V J McG, Raymond Aron•The Journal of Philosophy•1936

  • Die Soziologie der Zwischenkriegszeit

    M Rainer Lepsius•Soziologie in Deutschland und…•1981

  • Essays in Political Geography (Routledge Library Editions

    Charles A Fisher•Essays in Political Geography•2016

  • "Soziologie als "geistige Bewegung

    Elfriede Üner•Soziologie Als Geistige Bewegung•1992

Unique citing works1
Citations per year0.05
Citation span2004 - 2004 (1)
Citation velocityhistorical
Highly citedNo
Citation typesNeutral: 1

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