ÜBER Religion IM Heutigen ESTLAND Zu den Ergebnissen einer religionssoziologischen Umfrage
Bibliographic Data
| ID | 20206312 |
|---|---|
| Authors | Liina Kilemit (Tartu Academy of Theology), Urmas Nõmmik (0000-0001-6391-123X) |
| Year | 2002 |
| Volume | 6 |
| Issue | 4 |
| Pages | 297-321 |
| Publication date | 2002-10-10 |
| Peer Reviewed | Yes |
| Open Access | Yes |
| Type | ARTICLE |
| Venue | Trames Journal of the Humanities and Social Sciences (JOURNAL) |
| Journal identifiers | ISSN: 1406-0922 • E-ISSN: 1736-7514 |
| Publisher | Estonian Academy Publishers (PUBLISHER • EE) |
| DOI | 10.3176/tr.2002.4.02 |
| OpenAlex | W297869832 |
| Language | DE |
| References cited | 5 |
1. Ziel der Umfrage Die vorliegende Studie untersucht die Wahrnehmung und Bewertung des Begriffs bei den Einwohnern Estlands (2). Gefragt wurde, welche primaren Gedanken, Assoziationen und Gefuhle das Wort Religion hervorruft. Es spielte mithin keine Rolle, wieviele der Befragten sich als Glaubige identifizieren oder ob sie z.B. an Gott glauben. Als wir diese religionssoziologische Untersuchung durchfuhrten, nutzten wir den Begriff Religion anstatt Glauben, da es sich bei letzterem um einen engeren, das tiefe Innere des Menschen bezeichnenden Ausdruck handelt, der sich einer Erfassung mit religionssoziologischen Mitteln entzieht. Unser Ziel war es, anhand ihrer institutionalisierten Formen zu untersuchen, die sich breit und vieldimensional entfalten. So systematisierten die amerikanischen Soziologen Rodney Stark und Charles Y. Glock innerhalb von neben einer ideologischen Dimension (belief) eine rituelle (practice), eine empirische (experience), eine intellektuelle (knowledge) und schliesslich eine, die die Auswirkungen (consequences) von umfasst (Stark und Glock 1968:14ff.). (3) Von dem oben Gesagten ausgehend stellten wir den Teilnehmern der Studie zwei Fragen: 1) Wie verstehen Sie das Wort Religion? 2) Was bedeutet fur Sie personlich? Auch fur den Fall des Verzichts, bzw. einer Ablehnung sich zu beteiligen, baten wir um eine entsprechende Begrundung. Unsere Untersuchung ging qualitativ vor, d.h. die Fragen waren offen, ohne vorgegebene Antwortmoglichkeiten. Unseres Erachtens hatten formalisierte Antworten die Befragten zu sehr eingegrenzt und die tatsachlichen Verhaltensweisen verborgen gehalten. Das Festhalten spontaner Assoziationen und Reaktionen ermoglicht dagegen einen Einblick in die Nuancen des in Estland besonders emotionalen und sensiblen Themas Religion. Uns war a priori bewusst, dass das Thema sich fur die Einwohner Estlands, insbesondere fur die Esten, aus mehreren sozialpsychologischen und historischen Grunden als stark vorbelastet erweisen wurde. Daher gehen wir davon aus, dass qualitative Methoden fur Estland besser geeignet sind als quantitative. (4) Trotz der die personliche Sphare vergleichsweise stark beruhrenden Fragen konnten wir allgemein feststellen, dass sie gern und grundlich beantwortet wurden. Meistgenannte Ursache, gar keine Antwort zu geben, war die Intimitat des in Rede stehenden Themas; (5) in einem Fall verhielt sich ein Befragter sogar gegenuber dem Interviewer aggressiv, weil er negative Erfahrungen mit den Vertretern einer Sekte gemacht hatte. Da die Analyse der Antworten auf beide Fragen, insbesondere der schwer interpretierbaren ersten Frage, eine umfangreichere Untersuchung voraussetzt, werden wir uns im vorliegenden Aufsatz auf die Antworten auf die zweite Frage beschranken. Diese betraf die Befragten unmittelbarer als die oft nur allgemein als Frage nach dem lexikalischen Sinn von Religion verstandene erste Frage. Die entsprechenden Antworten sind starker auf die Person bezogen; deswegen verfugen sie uber bessere Differenzierungsmoglichkeiten und lassen sich besser zu verschiedenen Kategorien systematisieren. Da in den letzten Jahren das Interesse an theoretischen und praktischen Ergebnissen der Religionssoziologie und verwandten Untersuchungen in Estland stark gewachsen ist, liegen inzwischen auch weitere Studien und Statistiken vor. So haben wir umfangreiches Vergleichsmaterial aus den Ergebnissen der Volkszahlung 2000 in Estland. Nach vielen Jahrzehnten ohne jegliche religionssoziologische Daten (6) wurde nun auch wieder der religiose Bereich zum Thema. Die Fragen waren allerdings lediglich freiwillig zu beantworten und boten nur funf stereotype Antwortmoglichkeiten: 1) gehort einer Konfession an; 2) neutral oder gleichgultig; 3) atheistisch; 4) weiss keine Antwort; 5) will keine Antwort geben. Daruber hinaus konnte die Konfession genannt werden (Eesti Statistikaamet 2002:29-33)
Political science · Religion and Society Interactions · Religious Education and Schools · Religious Studies and Spiritual Practices
| Citation velocity | historical |
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| Highly cited | No |