Werkfassung und Werkidee
Kompositorische Probleme im Œuvre Hindemiths
Bibliographic Data
| ID | 20439702 |
|---|---|
| Authors | Giselher Schubert (corresponding author) |
| Year | 1992 |
| Volume | 45 |
| Issue | 1 |
| Pages | 21-36 |
| Publication date | 1992-03-15 |
| Open Access | Yes |
| Type | ARTICLE |
| Venue | Die Musikforschung (JOURNAL) |
| Journal identifiers | ISSN: 0027-4801 |
| Publisher | Sachsische Landesbibliothek, Staats- und Universitatsbibliothek Dresden (PUBLISHER) |
| DOI | 10.52412/mf.1992.h1.1185 |
| OpenAlex | W171174150 |
| Language | EN |
Der Bereich der Werkfassung bleibt in der Musik des 20. Jahrhunderts auch dann noch schier unubersehbar, wenn er auf die verschiedenen Fassungen von jeweils eigenen Werken der Komponisten eingegrenzt wird. Zudem lassen sich kaum ubergreifende, relativ verbindliche Revisions tendenzen erkennen. Werke werden in Revisionsprozessen absichtsvoll erleichtert, aber auch bis zur Unspielbarkeit erschwert1, die Besetzungen werden reduziert oder erweitert2, Werkideen immer pragnanter herausgebildet, verandert oder sogar aufgegeben und durch andere ersetzt3. Die Fassungen, die aus Bearbeitungen hervorgehen, konnen einen ganz unterschiedlichen Status besitzen: Sie konnen ein gleiches Gewicht annehmen, einander ablosen, moglichst unbemerkt vorgenommen sein oder eine Aufmerksamkeit erheischende programmatische Bedeutung erhalten. Nicht jede neue Fassung stellt eine Weiteroder Fortentwicklung dar; sie kann auch eine bewuste Zurucknahme bedeuten oder das Vorlaufige, (noch) nicht Abschliesbare einer Werkkonzeption meinen, die sich ein Komponist offen halten will4. Revisionsvorgange konnen ethisch, asthetisch, kompositionstechnisch oder musiktheoretisch motiviert sein oder auf politischen Druck von ausen erfolgen und werden in der Bewertung der jeweiligen Intention fast immer umstritten sein. Werkfassungen konnen aus besonderen ausermusikalisch-technischen Entwicklungen hervorgehen5, von Problemen des Copyright herruhren oder das Repertoire konzertierender Komponisten erweitern. Sie konnen auch als Ausdruck einer Anpassung eines Werkes an einen anderen kulturellen Kontext gelten6 oder dem Wunsch entspringen, Musik entlegener Genres in gangigen oder ublichen Darbietungsoder Besetzungsformen zur Verfugung zu haben7. Schlieslich konnen Komponisten sogar zu Werkkonzeptionen finden, die zu Auffuhrungen stets aufs neue bearbeitet werden mussen8 oder Auffuhrungen eigener Werke zu unterschiedlichen Zeitpunkten fast schon den Charakter von Bearbeitungen geben9. Verschiedene Werkfassungen lassen sich auch in allen musikalischen Schulen oder kompositorischen Richtungen finden. Von Arnold Schonbergs Orchesterwerken sind
Art · Humanities · Diverse Musicological Studies · Musicology and Musical Analysis · Philosophy
| Highly cited | No |
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