Luhmanns Theorie psychischer Systeme und das Freudsche Unbewusste. Zur Beobachtung strukturfunktionaler Latenz
Bibliographic Data
| ID | 20485806 |
|---|---|
| Authors | Harald Wasser (Bernard-Eyberg-Str. 11, D-51427 Bergisch Gladbach, corresponding author) |
| Year | 2004 |
| Volume | 10 |
| Issue | 2 |
| Pages | 355-390 |
| Publication date | 2004-11-01 |
| Open Access | No |
| Type | ARTICLE |
| Venue | Soziale Systeme (JOURNAL) |
| Journal identifiers | ISSN: 0948-423X • E-ISSN: 2366-0473 |
| Publisher | Walter de Gruyter GmbH (PUBLISHER • DE) |
| DOI | 10.1515/sosys-2004-0213 |
| OpenAlex | W265200066 |
| Language | DE |
| References cited | 3 |
Auch psychologische Strömungen, die teilweise über Jahrzehnte konträr zu Freuds Ansichten gestanden hatten, gehen zunehmend davon aus, dass die Psyche nicht nur bewusst, sondern auch unbewusst operieren kann. Nun lässt sich systemtheoretisch kein Unbewusstes konstruieren. Damit ist für die Systemtheorie die Möglichkeit, an derartige Forschungen bzw. Forschungsrichtungen anzuschließen, verbaut. Entgegen des transdisziplinären Versprechens, das Luhmann gegeben hatte, können somit aber nur bewusstseinsphilosophisch-kognitivistische Psychologien von Systemtheoretikern berücksichtigt werden. Das wäre vertretbar, wenn es sich konsequent aus der systemtheoretischen Theoriearchitektur ableiten ließe. Der Artikel versucht nachzuweisen, dass genau dies nicht der Fall ist. Die Rejektion der Annahme, die Psyche könne auch unbewusst operieren, ergibt sich aus einem einzigen Postulat, das aus ganz verschiedenen Gründen revidiert werden sollte: das Postulat von der Identität von Psyche und Bewusstsein. Sobald man auf dieses Postulat verzichtet, macht die Konstruktion eines Unbewussten systemtheoretisch keinerlei Schwierigkeiten mehr. Der Artikel versucht darzulegen, dass mit dem Entfallen des Identitätspostulats neben der konsequenten Darstellung der Systemtheorie als einer transdisziplinären Theorie einige weitere Vorteile entspringen sowie eine Reihe von Widersprüchen aufgelöst werden können. In jedem Fall kann die Systemtheorie auf diese Weise deutlich Abstand zur Bewusstseinsphilosophie gewinnen, womit zugleich ihre Distanz zur Subjektphilosophie mehr Substanz erhielte
Humanities · Psyche · Embodied and Extended Cognition · Interdisciplinary Studies and Sociocultural Dynamics · Philosophy · Psychology, Coaching, and Therapy
| Highly cited | No |
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