Emil und die Professoren
Bibliographic Data
| ID | 20655074 |
|---|---|
| Authors | Meno Spann (corresponding author) |
| Year | 1941 |
| Volume | 14 |
| Issue | 3 |
| Pages | 165 |
| Publication date | 1941-05-01 |
| Open Access | No |
| Type | ARTICLE |
| Venue | The German Quarterly (JOURNAL) |
| Journal identifiers | ISSN: 0016-8831 • E-ISSN: 1756-1183 |
| Publisher | JSTOR (PUBLISHER) |
| DOI | 10.2307/400344 |
| OpenAlex | W2328566725 |
| Language | EN |
AUF allen Kulturgebieten bemerken wir heute, dass die Probleme vereinfacht und die hassgenihrte Kampfkraft gestirkt werden, ob es sich nun um politische, soziale oder auch nur pidagogische Streitfragen handelt. In der Hitze des Gefechtes migen wir immerhin denken, dass die Fortschrittspidagogen unsere wahren Feinde sind; bei ruhiger Ueberlegung wissen wir es besser. Wir Sprachlehrer leben im Bildungshumanismus, in der Asthetisch literarischen Bildungswelt der letzten vier Jahrhunderte, die jetzt unter dem Kanonendonner der Weltkriege vor unseren Augen versinkt. In unseren Antworten an die Gebildeten unter unseren Verichtern vergessen wir aber diese tragische Tatsache und wiederholen in Manifestos, Kampfschriften, Verteidigungsreden und beschwarenden Pamphleten mit Witz, Gelehrsamkeit und ein wenig Wut die folgenden zwei Punkte, die das hichste Ziel unseres beruflichen Strebens sind: 1. Das Studium von Sprache und Literatur einer fremden Nation humanisiert den jungen Menschen. Die ,,ewigen Kulturwerte sind national gebunden, und ihre Erkenntnis wird am besten durch die Nationalsprachen vermittelt. 2. In dieser Zeit des Hasses und politischer Konflikte ist ein Verstindnis fremder Nationen besonders wichtig. Die Kenntnis von Fremdsprachen hat heute eine menschheitsvers6hnende Mission.-Unsere Gegner bezweifeln die M6glichkeit, diese hohen Unterrichtsziele auch nur annihernd zu erreichen; wir bemihen uns, mit immer verbesserten Sprachmethoden den Studenten dahin zu bringen, wo er die Friichte seiner Arbeit nun auch wirklich ernten kann. Die uns zugemessene Zeit wird immer knapper, die sprachliche und literarische Vorbildung unserer Studenten immer diirftiger, und so versinken die hohen Ziele hinter dem Horizont, und wir richten den Blick fest auf das eine Ziel, das noch erreichbar bleibt: Reading knowledge. Reading knowledge ist unsere letzte Schanze. Hier liegen wir vorliufig in Deckung und bereiten uns auf den nichsten Angriff des Feindes vor, der uns auch noch aus diesem Posten treiben und zur Obergabe zwingen will. Wir alle benutzen die Atempause zum Uberlegen, denn wir sind alle in gleicher Gefahr. Modeerfolge der einen oder anderen Sprache besagen auf die Dauer nichts. Kein Zweifel, wir haben uns bemiiht, unser Bestes zu tun. War unser Bestes aber immer das Richtige? Ich
Art · Education Methods and Technologies · Linguistic Education and Pedagogy · Linguistic research and analysis · Philosophy
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