Sprache als geistige Lebensform
Bibliographic Data
| ID | 20655960 |
|---|---|
| Authors | Volkmar Sander (corresponding author) |
| Year | 1961 |
| Volume | 34 |
| Issue | 3 |
| Pages | 264 |
| Publication date | 1961-05-01 |
| Open Access | No |
| Type | ARTICLE |
| Venue | The German Quarterly (JOURNAL) |
| Journal identifiers | ISSN: 0016-8831 • E-ISSN: 1756-1183 |
| Publisher | JSTOR (PUBLISHER) |
| DOI | 10.2307/402033 |
| OpenAlex | W2314158729 |
| Language | EN |
erhbhte Bedeutung, seit einigen Jahren, und wie es scheinen will, noch immer in verstiirktem Mal3e, der Bemiihung um Sprachen zukommt, ist ein gutes Zeichen. Uns erfaft dabei ein Gefiihl der Befriedigung, nicht wie bei etwas, was man geschenkt bekommt und wofiir man in verschaimt-larmoyanter Weise dankbar zu sein hat, sondern wei bei etwas, was einem mit Recht zukommt, was ein lange waihrendes Unrecht wieder gut macht. Andererseits aber meldet sich, trotz allem Ermutigenden dieser Entwicklung, dabei doch immer wieder der Verdacht, ob dieser so liirmvoll gefiihrte Kampf um Bedeutung der neueren Sprachen nicht geeignet ist, den eigentlichen Kern der Sache zu verdunkeln. Zwischen Sprechen und Sprache besteht ein wichtiger Unterschied, und nicht Sprecherziehung, sondern Spracherziehung ist ja unser eigentliches Ziel, nicht das nur Sprechenlernen, sondern das Eindringen in den Geist der Sprache, und es scheint, als ob iiber dem einen nur zu leicht das andere vergessen wiirde. Die Nutzanwendung der Lehre, sagt Karl Kraus, die Sprache wie das Sprechen betrifft, kSnnte niemals sein, dal3 der, der sprechen lernt, auch Sprache lerne, wohl aber, da13 er sich der Erfassung der Wortgestalt naihere und damit der Sphiire, jenseits des greifbar Nutzhaften ergiebig ist
Art · German Literature and Culture Studies · Linguistic Education and Pedagogy · Linguistic research and analysis · Philosophy
| Highly cited | No |
|---|