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Utopie in der Miniatur

Heinrich von Kleists Aufsatz "Uber das Marionettentheater"

Bibliographic Data

ID20657369
AuthorsAndreas Lixl (corresponding author)
Year1983
Volume56
Issue2
Pages257
Publication date1983-03-01
Peer ReviewedYes
Open AccessNo
TypeARTICLE
VenueThe German Quarterly (JOURNAL)
Journal identifiersISSN: 0016-8831 • E-ISSN: 1756-1183
PublisherJSTOR (PUBLISHER)
DOI10.2307/405680
OpenAlexW2332633590
LanguageEN
Citations received1
References cited2

Meistens war es die Mechanik der hOlzernen Figuren, die das Hauptinteresse fast aller literaturwissenschaftlichen Deutungen dieses Aufsatzes in Anspruch nahm. So liest man etwa bei Walter Silz' iber den Mangel an zwingender Logik in Kleists Beschreibung der Technik, bei Elena Dabcovich wiederum erscheint die Marionette als ein Symbol fuir das Prothesewesen Mensch,2 wahrend Herbert Pltigge gar der Meinung ist, daB lediglich ein fachbiologischer Ansatz am ehesten eine Erschliel3ung versprtche.3 Selbst Helmut Sembdner, einer der besten Kenner und der Herausgeber einer Anthologie zum Thema bekrtftigt in seinem Geleitwort das starke Obergewicht strukturanalytischer oder biologisch-technischer Exkurse, wobei entweder formale Erwagungen in den Vordergrund treten oder aber der Formensprache und den Chiffren in Kleists ErzAhlung das Hauptaugenmerk der Rezensenten gilt.4 Wenn es im Folgenden darum gehen soll, den sozialgeschichtlichen Hintergrund dieser Schrift zu beleuchten, so geschieht dies in der Absicht, Kleists Kritik an den Konventionen bffentlicher Moral sichtbar zu machen und zu zeigen, aus welcher Perspektive Kleist die Verlogenheit und gesellschaftliche Misere seiner Zeit demaskiert. In der Metapher vom verbirgt sich somit ein interessanter Aspekt von Kulturgeschichte, der bislang in den meisten Monographien und Abhandlungen kaum zur Gentige beachtet und erkannt wurde. Dies wirkt umso erstaunlicher, da vor allem die Doppeldeutigkeit der Metapher den Zugang zur kunstvollen Dialektik seines literarischen StreitgesprAches iiber Nattirlichkeit und Entfremdung auf dem Theater bildet. Vor dem Panorama eines verarmten StadtpObels wird die Metapher gleich in mehrfacher Hinsicht zum Ausdruck seiner Verweigerung, die soziale Misere Preul3ens asthetisch zu bereinigen. Kleists Kritik zielt gegen die Romantik, deren falsche Geziertheit von der mechanischen Eleganz jeder simplen Drahtpuppe entlarvt werden kann, sowie gegen den protestantischen Geist einer auf Zucht und Ordnung getrimmten Offentlichkeit, deren doppelte Moral die Welt falschlich als Gegensatze von Tugend und Laster konzipiert. Wieviel Realismus und geschichtliches Verstandnis in Kleists Aufsatz Ober das Marionettentheater

Art · Humanities · German Literature and Culture Studies · Libraries and Information Services · Philosophy · Psychoanalysis and Social Critique

  • Utopia through the Back Door

    Elizabeth Bridges•Seminar A Journal of Germanic…•2012

  • Heinrich von Kleist

    Ilse Graham•The German Quarterly•1978

  • Prolegomena zu einer Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Deutschlands im 19. und 20. Jahrhundert

    Horst Stuke, Helmut Bohme•The Economic History Review•1971

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Citation span2012 - 2012 (1)
Citation velocityhistorical
Highly citedNo
Citation typesNeutral: 1

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