Franz Werfel und Die Buhne
Bibliographic Data
| ID | 20660468 |
|---|---|
| Authors | Adolf D Klarmann (corresponding author) |
| Year | 1959 |
| Volume | 32 |
| Issue | 2 |
| Pages | 98 |
| Publication date | 1959-03-01 |
| Open Access | No |
| Type | ARTICLE |
| Venue | The German Quarterly (JOURNAL) |
| Journal identifiers | ISSN: 0016-8831 • E-ISSN: 1756-1183 |
| Publisher | JSTOR (PUBLISHER) |
| DOI | 10.2307/401367 |
| OpenAlex | W2331913132 |
| Language | EN |
Diese Worte stehen in einer groBlenteils noch unver6offentlichten Schrift, Dramaturgie und Deutung des Zauberspiels die Werfels Verleger Kurt Wolff im Jahre 1921 in einer einmaligen Ausgabe von dreifBig Exemplaren gedruckt und gleich danach auf Wunsch des Dichters eingestampft hat. Der dreifligjiihrige Dichter, den die Kriegserfahrung aus den icherfiillten, welt-selbst-erlbsenden Zuversichlichkeiten zu einer Tiefenschau wachgeriittelt hat, rechnet in dem heute leider fast vergessenen grof~en Mysterienspiel, dem Spiegelmensch, den die Kritik fiilschlich auf allen Ebenen mit Goethes Faust verglichen hatte, mit seinen und der Welt Eitelkeiten der Egomanien ab, vor allem aber mit den Eitelkeiten des gespiegelten Weltiiberdrusses und des selbst-gefailligen Erlbsertums, hinter dem sich der Gottesbetrug zu verbergen sucht. Gott und Teufel kaimpfen um die Seele des Menschen. Bezeichnenderweise nennt Werfel das Werk Magische Trilogie, und in seinem eigenen Kommentar dazu bezeichnet er es als Zauberspiel. Man merkt ein bewufltes Ausweichen vor den Terminologien Drama, Trag6die, Schauspiel, oder was immer der passende hergebrachte Titel sein mochte. Selten wendet der Dichter diese Begriffe an, ohne ihnen wenigstens ein Eigenschaftswort beizufiigen, wie z. B. Tragbdie eines Fiihrers fiir Das Reich Gottes in Bahmen oder Romantisches Drama fiir Der Besuch aus dem Elysium. Der Hinweis auf die dem Expressionismus gelkiufige Abneigung abgegriffenen Formen gegeniiber liegt auf der Hand, gibt aber nicht die ersch6pfende Antwort. Von allem Anfang seines dramatischen Schaffens an liegt dem Dichter sehr daran, den Hbrer eher noch als den Leser von vornherein aus seiner Gefiihlstriigheit aufzusticheln und ihn auf die Andersgeartetheit hinzuweisen, die sein Werk von dem eines Schiller, Hebbel, Ibsen, der Naturalisten unterscheidet, aber auch von seinen Zeitgenossen des Expressionismus wie Sorge oder Hasenclever oder Kornfeld, bei denen der Held, Erliser und Weltrich
Art · Die (integrated circuit) · German Literature and Culture Studies · Materials Science · Philosophy
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