Schamhafte und schamlose Armut bei Ulrich Bräker
Von der Lebensgeschichte zur Jauss-Novelle
Bibliographic Data
| ID | 21310210 |
|---|---|
| Authors | Roman Widder (0009-0001-0257-6252, Humboldt-Universität zu Berlin, corresponding author) |
| Year | 2022 |
| Volume | 96 |
| Issue | 2 |
| Pages | 125-153 |
| Publication date | 2022-06-01 |
| Open Access | Yes |
| Type | ARTICLE |
| Venue | Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte (JOURNAL) |
| Journal identifiers | ISSN: 0012-0936 • E-ISSN: 2365-9521 |
| Publisher | Springer Science and Business Media LLC (PUBLISHER) |
| DOI | 10.1007/s41245-022-00141-1 |
| OpenAlex | W4280562400 |
| Language | DE |
Der Aufsatz untersucht das Verhältnis von Scham und Armut im Werk Ulrich Bräkers: Die Lebensgeschichte und Natürliche Ebentheuer des Armen Mannes im Tockenburg (1789) ist an der Vorbildlichkeit schamhafter Armut orientiert, ringt jedoch mit der paradoxen Notwendigkeit der schamlosen Inszenierung schamhafter Armut. Die Rede über den Gassenbettel (1790) zeichnet sich demgegenüber durch experimentelle Strategien der Beschämung des Publikums mithilfe einer Rhetorik der Evidenz und der Zeugenschaft aus. Die in Bräkers Tagebüchern enthaltene Jauss -Novelle (1789) schließlich, die hier erstmals einer genaueren Betrachtung unterzogen wird, kreist um eine Figur schamloser Armut und sexueller Ausschweifung. Dass die in ihrer obszönen Explizitheit erstaunliche Jauss -Novelle nie vollständig und im Zusammenhang als literarisches Werk publiziert wurde, führt vor Augen, dass Scham eine Schlüsselfunktion für die Selektionsmechanismen des literarischen Betriebs besitzt
Art · German Literature and Culture Studies · Libraries and Information Services
| Highly cited | No |
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