Quellen sammeln, Geschichte schreiben. Zur Materialität historischen Wissens im 19. Jahrhundert
Bibliographic Data
| ID | 21328792 |
|---|---|
| Authors | Philipp Müller (0000-0002-5351-0608, Georg-August-Universität Göttingen , Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte , Göttingen , 37073 , Germany ., corresponding author) |
| Year | 2020 |
| Volume | 311 |
| Issue | 3 |
| Pages | 603-632 |
| Publication date | 2020-12-01 |
| Peer Reviewed | Yes |
| Open Access | Yes |
| Type | ARTICLE |
| Venue | Historische Zeitschrift (JOURNAL) |
| Journal identifiers | ISSN: 0018-2613 • E-ISSN: 2196-680X |
| Publisher | Walter de Gruyter GmbH (PUBLISHER • DE) |
| DOI | 10.1515/hzhz-2020-0035 |
| OpenAlex | W3112659905 |
| Language | DE |
Der Beitrag analysiert den für die historische Forschung im 19. Jahrhundert zentralen Konnex von Sammeln und Wissen. Forscher und Gelehrte verpflichteten sich im 19. Jahrhundert zunehmend, Aussagen über die Vergangenheit auf der Grundlage von materialfundierten Beobachtungen anzustellen. Diese autonome Setzung hatte zur Folge, dass Gelehrte in Abhängigkeit gerieten von Akteuren und Einrichtungen, die über relevantes Quellenmaterial verfügten. Die Fallstudie zu Johann G. Droysens neuzeitgeschichtlichem Debüt über den preußischen General Yorck von Wartenburg ermöglicht es, eine praxeologische Perspektive zu entfalten, um die komplexe Gemengelage aufzuzeigen, in der Historiker im 19. Jahrhundert allgemein operierten. Hier wird nicht nur die handwerklich-praktische Dimension des vorrangig als Theoretiker rezipierten Historikers Droysen sichtbar, sondern die Analyse zeigt repräsentativ am Fallbeispiel Droysens Elemente auf, die das Feld historischen Forschens im 19. Jahrhundert allgemein auszeichneten und mitstrukturierten. Die archivpolitische Maxime des secretum , die Mikropolitik von Forschern, Vermittlern und Unterstützern sowie Quellengeschenke für den Historiker seitens der Leser, all dies hatte maßgeblich Anteil an der Produktion von Wissen und manifestierte sich schließlich in Droysens historischer Studie. Die Untersuchung legt damit nicht nur einen für das historische Wissen und Schreiben konstitutiven Konnex von Quellensammeln und Geschichteschreiben frei, sondern erfasst zugleich ein produktives Moment historischer Forschung im 19. Jahrhundert, das bestehende Ideen und Begriffe veränderte und Narrative maßgeblich mitgestaltete
Art · Humanities · European Political History Analysis · Historical Influence and Diplomacy
| Citation velocity | historical |
|---|---|
| Highly cited | No |