Tourismus als Wettbewerb der Moderne. Die (Selbst-)Inszenierung des Deutschen Kaiserreichs auf der Internationalen Ausstellung für Reise- und Fremdenverkehr 1911
Bibliographic Data
| ID | 21329679 |
|---|---|
| Authors | Mathias Häußler (Universität Regensburg , Institut für Geschichte, Europäische Geschichte (19. und 20. Jahrhundert) , Regensburg , 93053 , Germany ., corresponding author) |
| Year | 2025 |
| Volume | 321 |
| Issue | 1 |
| Pages | 38-68 |
| Publication date | 2025-08-01 |
| Open Access | Yes |
| Type | ARTICLE |
| Venue | Historische Zeitschrift (JOURNAL) |
| Journal identifiers | ISSN: 0018-2613 • E-ISSN: 2196-680X |
| Publisher | Walter de Gruyter GmbH (PUBLISHER • DE) |
| DOI | 10.1515/hzhz-2025-0019 |
| OpenAlex | W4412844593 |
| Language | DE |
Um 1900 hatte sich der moderne Tourismus in einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor und eine weitverbreitete gesellschaftliche Praxis verwandelt; ein Feld, in welchem ganz unterschiedliche Reiseziele aggressiv um Besucherzahlen und finanzielle Einnahmen, aber auch um Sichtbarkeit und kulturelles Prestige konkurrierten. Der Artikel beleuchtet diesen touristischen Wettbewerb am Beispiel der Berliner „Internationalen Ausstellung für Reise- und Fremdenverkehr 1911“ und stellt hierbei die touristischen Vermarktungsstrategien und Selbstinszenierungen der Einzelstaaten, Städte und Regionen des Deutschen Kaiserreichs ins Zentrum der Analyse. In einem ersten Schritt skizziert er die generellen Entwicklungslinien touristischer Infrastrukturen im Deutschland des späten 19. Jahrhunderts, wobei er besonderes Augenmerk auf gesellschaftliche Initiativen zur Tourismusförderung und deren Verflechtungen mit einer entstehenden Werbe- und Marketingindustrie legt. Ein zweiter Teil beleuchtet die engere Entstehungsgeschichte der Berliner Ausstellung, in welchem vor allem der Wettbewerb der Teilnehmer um möglichst attraktive Ausstellungsflächen und Exponate im Vordergrund steht. Schließlich werden in einem dritten Schritt die tatsächlichen Inhalte der Ausstellung sowie deren zeitgenössische Rezeption analysiert und es wird gezeigt, inwiefern sich in diesen stets auch die (Selbst-)Bilder und (Selbst-)Verortungen ihrer jeweiligen Produzenten spiegelten. Insgesamt betont der Artikel somit nicht nur die aktive Rolle früher touristischer Akteure bei der Herausbildung von Destinationen und ihren medialen Inszenierungen, er zeigt darüber hinaus auch, wie im Tourismus um 1900 abstraktere gesellschaftliche Selbstverortungen verhandelt wurden und durch einen entstehenden massenmedialen touristischen Kanon Eingang in die Alltagskultur des Kaiserreichs fanden
Art · Political science · German Literature and Culture Studies · Historical Art and Culture Studies · Libraries and Information Services
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