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Ich bin stark und mir passiert nichts« – Forschungspraktische und methodische Erkenntnisse aus einer quantitativen Opferbefragung im Gefängnis

Bibliographic Data

ID21361459
AuthorsVeronika Hofinger (0000-0002-9244-4455, Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie , Museumstraße 5/12 , Wien , Österreich Austria, corresponding author), Andrea Fritsche (0009-0003-8589-0195, Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie , Museumstraße 5/12 , Wien , Österreich Austria)
Year2020
Volume103
Issue1
Pages15-27
Publication date2020-05-27
Open AccessNo
TypeARTICLE
VenueMonatsschrift für Kriminologie und Strafrechtsreform (JOURNAL)
Journal identifiersISSN: 0026-9301 • E-ISSN: 2366-1968
PublisherWalter de Gruyter GmbH (PUBLISHER • DE)
DOI10.1515/mks-2020-2037
OpenAlexW3029139640
LanguageDE
Citations received1
References cited25

Um die Bedingungen, das Ausmaß und die Betroffenheit von Gewalt in totalen Institutionen wie dem Gefängnis zu verstehen, bedarf es solider empirischer Grundlagen. Mit Hilfe von Dunkelfeldbefragungen können auch Gewaltvorfälle analysiert werden, die der Institution bzw. der Öffentlichkeit nicht bekannt sind. Doch Opferbefragungen sind mit einer Reihe theoretischer und methodischer Herausforderungen verbunden, die sich im Kontext der Haft weiter zuspitzen: Die institutionellen Charakteristika, die Diversität der Häftlingspopulation, die Normalität von Gewalt im Gefängnis und damit verbunden die notwendige Demonstration von Männlichkeit sowie die enge Verbindung zwischen Täter- und Opferschaft haben Auswirkungen auf die Stichprobenzusammensetzung, die Teilnahmebereitschaft und die Thematisierbarkeit von Gewalterfahrungen. Die Einhaltung ethischer Standards ist in einem Feld, das den Prämissen von Sicherheit und Kontrolle verpflichtet ist, zusätzlich herausfordernd. Auf Basis einer repräsentativen Befragung (n = 386) in zehn österreichischen Justizvollzugsanstalten zu Erfahrungen psychischer, körperlicher und sexueller Gewalt werden methodische Zugänge und Lösungsansätze diskutiert, die zur Ausleuchtung des Dunkelfeldes beitragen sollen. Für die Thematisierbarkeit von Gewalt in Haft sind nicht nur Erkenntnisse der Erforschung von Gewalterfahrungen von Männern zu berücksichtigen. Um das große Potenzial von Face-to-Face-Befragungen auszuschöpfen, ist eine situations- und personensensible, dynamische und zeitlich flexible Handhabung der quantitativen Messinstrumente notwendig. So generierte qualitative Evidenz schafft inhaltliches Wissen, das nicht nur die Interpretation der Zahlen unterstützt, sondern ermöglicht, das Phänomen von Gewalt im Gefängnis in seiner Bedeutung und in seinen konkreten Erscheinungsformen besser zu verstehen. Auch was nicht erzählt wird, erzählt uns etwas über die totalste aller Institutionen

Gynecology · Humanities · Political science · Criminal Justice and Corrections Analysis · Criminal Law and Policy · Medicine · Philosophy · Psychopathy, Forensic Psychiatry, Sexual Offending

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  • The Society of Captives

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  • Power, Adaptation and Resistance in a Late-Modern Men’s Prison

    Ben Crewe•The British Journal of Criminology•2007

  • Thieves, Convicts and the Inmate Culture

    John Irwin, J A G Irwin et al.•Social Problems•1962

Citations per year1
Citation span2025 - 2025 (1)
Highly citedNo

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