Von der Homosexualisierung der Sexualität zur Transsexualisierung des Geschlechts
Bibliographic Data
| ID | 21586845 |
|---|---|
| Authors | Aaron Lahl (Psychologische Hochschule Berlin), Marco Kammholz (Freiberuflicher Sexualpädagoge sowie Sexual- und Paarberater) |
| Year | 2026 |
| Volume | 39 |
| Issue | 01 |
| Pages | 5-13 |
| Publication date | 2026-03-01 |
| Open Access | No |
| Type | ARTICLE |
| Venue | Zeitschrift für Sexualforschung (JOURNAL) |
| Journal identifiers | ISSN: 0932-8114 • E-ISSN: 1438-9460 |
| Publisher | Georg Thieme Verlag KG (PUBLISHER) |
| DOI | 10.1055/a-2792-3277 |
| OpenAlex | W7138844451 |
| Language | DE |
| References cited | 14 |
Einleitung Die juristisch-medizinisch-soziale Möglichkeit, das Geschlecht zu wechseln bzw. dem subjektiven Identitätsempfinden anzupassen, gilt vielen Zeitdiagnostiker*innen als Zeichen unserer Zeit. Trans steht modellhaft für Veränderungen, die auch die cisgeschlechtliche Welt betreffen. Eine ähnliche Vorbildfunktion ist soziologisch bereits von Reimut Reiche für die (männliche) Homosexualität beschrieben worden. Forschungsziele Die Arbeit untersucht, wie homosexuelle und transgeschlechtliche Subkulturen als Modelle und Vorbilder für tiefgreifende Transformationen in der allgemeinen Sexual- und Geschlechtskultur fungierten. Methoden Zunächst wird die von Reimut Reiche entwickelte These einer in den post-1968er-Jahren stattfindenden „Homosexualisierung der Sexualität“ rekonstruiert. Ergänzend dazu wird die These einer seit der Jahrtausendwende einsetzenden „Transsexualisierung des Geschlechts“ entwickelt, bei der Transgender als Avantgarde wirken. Beide Diagnosen werden hinsichtlich möglicher Gegenbewegungen (Homo-/Transphobie) diskutiert und mit Volkmar Siguschs Diagnose einer neosexuellen Revolution in Beziehung gesetzt. Ergebnisse Die Homosexualisierung der Sexualität lässt sich im Anschluss an Reiche an folgenden Markierungen ablesen: Umstellung auf Mobilität, sequenzielle Monogamie, Kinderlosigkeit, Onanie/parakoitale Vollzüge und egalitäre Fetischisierung. Die „Transsexualisierung des Geschlechts“ zeigt sich an einer zunehmenden Prothetisierung/Modellierung des Geschlechtskörpers, einer Umstellung der Geschlechtssemantik auf Transgression und Spiel, einer Entkopplung von Geschlecht und Sexualpraktiken, der Ausbreitung identitätssensibler Umgangsformen sowie der Umstellung des Sexualerlebens von Getriebenheit auf bewusste Gestaltbarkeit. Schlussfolgerung Transgeschlechtliche Personen stehen auch deshalb aktuell im Fokus der Aufmerksamkeit, weil sie einen neuen Umgang mit Geschlecht unter sich veränderten ökonomischen und technologischen Bedingungen vorleben
Gender identity · Marine transgression · Statistical analysis · European history and politics · German legal, social, and political studies · Sociology and Education Studies
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Tradwives
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