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Einleitung zum Themenheft Pragmatik der Genuszuweisung

Bibliographic Data

ID21758375
AuthorsHelen Christen (0000-0002-1547-3690, University of Freiburg), Gerda Baumgartner (University of Freiburg), Melanie Bösiger (University of Freiburg), Simone Busley, Julia Fritzinger (University of Freiburg), Peter Gilles (0000-0001-9871-5853, University of Freiburg), Damaris Nübling (University of Freiburg), Martina Schläpfer (University of Freiburg)
Year2021
Volume107
Issue2
Pages3-8
Publication date2021-03-31
Peer ReviewedYes
Open AccessYes
TypeARTICLE
VenueLinguistik Online (JOURNAL)
Journal identifiersISSN: 1615-3014 • E-ISSN: 1615-3014
PublisherUniversity of Bern (PUBLISHER • CH)
DOI10.13092/lo.107.7681
OpenAlexW3160732311
LanguageDE

Man knnte einwenden, dass der Titel des vorliegenden Sammelbandes -"Pragmatik der Genusverwendung" -einen Widerspruch in sich beinhalte: Schlielich gilt doch als grammatiktheoretische Grundkonstante, dass die Kategorie des Genus Substantiven inhrent ist und fest mit bestimmten lexikalischen Kategorien assoziiert ist. Doch nicht zuletzt seit der Entwicklung von Corbetts Agreement Hierachy ' (cf. Corbett 1991' (cf. Corbett , 2006) ) kristallisiert sich mehr und mehr heraus, dass die eigentlich feste grammatische Kategorie des Genus durchaus variabel erscheinen kann. Es sind insbesondere spezifische pragmatische Gebrauchskontexte und syntaktische Kongruenzrelationen, in denen fr manche Sprachen und Varietten eben abweichende Genusverwendungen zu beobachten sind, die unseres Wissens nach bis heute noch umfassender empirischer Dokumentation und einer systematischen Analyse harren. In einer frhen Studie zur Referenz auf weibliche Personen hat Christen (1998) gezeigt, dass die Kongruenz zwischen Controllern und Targets stark durch soziopragmatische Faktoren wie Vertrautheit, emotionale Nhe/Distanz oder Mitleid gesteuert sein kann. Es sind insbesondere alemannische und westmitteldeutsche Varietten, in denen die aufflligen sog. Femineutra' vom Typ das Melanie, also Neutrumsverwendungen fr weibliche Referenzpersonen, vorkommen. Die Beitrge dieses Bandes analysieren folglich grtenteils Genusverwendungen, die in bestimmten

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