Ethical Dimensions of Enstrangement and Precarity in Merlinda Bobis’ Refugee Novel Locust Girl
A Lovesong
Bibliographic Data
| ID | 22019977 |
|---|---|
| Authors | Milena Krischer (University of Augsburg, corresponding author) |
| Year | 2022 |
| Volume | 10 |
| Issue | 1 |
| Publication date | 2022-12-30 |
| Open Access | Yes |
| Type | ARTICLE |
| Venue | Zeitschrift für Fantastikforschung (JOURNAL) |
| Journal identifiers | ISSN: 2192-0885 • E-ISSN: 2753-8494 |
| Publisher | Open Library of the Humanities (PUBLISHER) |
| DOI | 10.16995/zff.7921 |
| OpenAlex | W4308319550 |
| Language | EN |
| References cited | 7 |
In seinem neuesten Statusreport vom Juni 2022 schreibt das UNHCR, dass die Anzahl von Menschen die weltweit in erzwungener Vertreibung leben, 100 Millionen überschritten hat. Zwangsmigration gehört damit zweifellos zu den wichtigsten Themen unserer Zeit und fiktionale Texte, vor allem auch speculative fiction, können ethisch und politisch relevante Fragen innerhalb von Flucht- und Migrationsdiskursen aufwerfen. Der vorliegende Artikel untersucht Merlinda Bobisʼ Roman Locust Girl: A Lovesong (2015), der die Fluchtgeschichte der Protagonistin Amedea durch eine grausame postapokalyptische Welt erzählt und konzentriert sich auf die Zusammenhänge der Darstellung von politisch hervorgerufener precarity, refugeeness und daraus resultierenden ethischen Forderungen. Judith Butlers Ausführungen zu precarity dienen im Artikel als Grundlage, um die Situation der Geflüchteten im Roman zu beleuchten. Im ersten Schritt werden die Zwangsinhaftierung der Geflüchteten in Lager und ihre Kontrolle durch die Machthabenden, die über erzwungene Hungersnöte und den Raub von individuellem und kulturellem Gedächtnis bis hin zu Massenvernichtungen geht, untersucht. Darüber hinaus spielt die Ausbeutung der Geflüchteten, als pervertierte Grenzwachen, Sexarbeiter*innen oder im Handel mit Körperteilen, eine zentrale Rolle, um den ethischen Anspruch des Romans darzulegen. Zuletzt wird die besondere Art des Storytelling im Text als Widerstand und eine Form der kollektiven Geschichtsschreibung von den Rändern gelesen. Ich argumentiere schlussendlich, dass Locust Girl: A Lovesong auf besondere Art eine körperlich prekäre Fluchterfahrung erzählt, die klar eine ethische Forderung stellt: Die Notwendigkeit politscher Systeme, die für Nicht-Büger*innen gleichermaßen arbeiten wie für Büger*innen.Die
Art · Art history · Humanities · Political science · Homelessness and Social Issues
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