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Gewalt und die Verknappung von Herrschaft, Raum und Zeit

Die historischen Kontexte der Erschießung von Gefängnisinsassen nach dem deutschen Überfall auf die Republik Polen im September 1939

Bibliographic Data

ID22021068
AuthorsFelix Ackermann (0000-0001-7209-4892, Deutsches Historisches Institut Warschau, corresponding author)
Year2022
Volume81
Issue1
Pages28-61
Publication date2022-05-05
Open AccessNo
TypeARTICLE
VenueMilitärgeschichtliche Zeitschrift (JOURNAL)
Journal identifiersISSN: 2193-2336 • E-ISSN: 2196-6850
PublisherWalter de Gruyter GmbH (PUBLISHER • DE)
DOI10.1515/mgzs-2022-0002
OpenAlexW4229046701
LanguageDE

Anhand der Polnischen Republik nach dem deutschen Überfall am 1. September 1939 zeigt der Text, dass die Evakuierungsplanungen zum Transport der wichtigsten Gefangenen noch auf die Erfahrungen des Zusammenbruchs staatlicher Herrschaft des Russischen Reichs am Beginn und Ende des Ersten Weltkriegs zurückgingen. Ein Teil der Aufseher der im Süden Polens unweit der deutsch-polnischen Grenze gelegenen Strafvollzugsanstalt Święty Krzyż eskortierte die ihnen unterstellten Gefangenen in Fußmärschen nach Osten. Währendessen ließ der Direktor der Anstalt mehrere Dutzend wegen Hochverrats zu lebenslänglichen Strafen verurteilter polnischer Staatsbürger noch auf dem Gelände des Gefängnisses hinrichten. Die meisten Opfer waren wahrscheinlich Teil eines von der Gestapo bereits vor dem September 1939 aufgebauten Spitzelnetzes in Polen. Das erklärt, warum dieser Gefangenenmord – anders als die als Todesmärsche beschriebene Evakuierung polnischer Staatsbürger deutscher Herkunft sowie die Gefangenenmorde des NKVD im Osten Polens – nicht von der deutschen Propaganda aufgegriffen wurde und damit bis heute weitgehend unbekannt ist. Statt Św. Krzyż in eine direkte Kontinuität mit den im Juni 1941 durchgeführten sowjetischen Massenmorden in polnischen Gefängnissen zu stellen, werden im Beitrag die Kontexte herausgearbeitet, in denen das Handeln des Direktors von Św. Krzyż zu erklären ist. Der Beitrag argumentiert, dass dafür seine früheren und vielfältigen Evakuierungserfahrungen während des Ersten Weltkriegs sowie das hohe Maß an Gewalt innerhalb des Gefängnisses wichtig waren

Art · Humanities · Political science · European history and politics · German History and Society · Philosophy · Polish Historical and Cultural Studies

Highly citedNo

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