Skip to main content

ETHNOS_APP

Home • Search • Journals • List 0

Die Ostdeutschlandforschung muss das Wohnen in den Blick nehmen

Plädoyer für eine neue politisch-institutionelle Perspektive auf ostdeutsche Städte

Bibliographic Data

ID22021959
AuthorsMatthias Bernt (0000-0003-2380-8830), Andrej Holm (0000-0001-7514-0188)
Year2020
Volume8
Issue3
Pages97-114
Publication date2020-12-15
Peer ReviewedYes
Open AccessYes
TypeARTICLE
Venuesub\urban zeitschrift für kritische stadtforschung (JOURNAL)
Journal identifiersISSN: 2197-2567 • E-ISSN: 2197-2567
Publishersub\urban e.V. (PUBLISHER)
DOI10.36900/suburban.v8i3.593
OpenAlexW3110831654
LanguageDE
Citations received6

Ostdeutschland ist in den vergangenen Jahren verstärkt zum Thema öffentlicher und wissenschaftlicher Debatten geworden. Neben Pegida und AfD haben dabei auch neue Zahlen zur Segregation in ostdeutschen Städten das wissenschaftliche Interesse wiederbelebt. Der Beitrag kritisiert vor diesem Hintergrund die weitgehende Ausblendung institutioneller Perspektiven in der Ostdeutschlandforschung sowie die fehlende Berücksichtigung von ostdeutschen Sonderbedingungen in der Stadtforschung. An den Beispielen der Restitutionsregelungen und der ‚Altschuldenhilfe‘ skizziert der Beitrag den harten Bruch der ostdeutschen Wohnerfahrungen. Beide Transformationsentscheidungen stehen exemplarisch für die umfassende Privatisierung der ostdeutschen Wohnungswirtschaft, die Überführung von gesellschaftlich verankerter Wohnsicherheit in Marktbeziehungen und die Neuzusammensetzung der Eigentumsstrukturen. Die wachsende Bedeutung verwertungsorientierter Investitionskalküle und entlokalisierter Eigentumsstrukturen sind dabei keine Übergangsphänomene einer nachholenden Anpassung, sondern langfristig wirksames Ergebnis der Transformation. Daraus abgeleitet wird ein doppeltes Argument: Zum einen kann die Stadtentwicklung in Ostdeutschland nur vor dem Hintergrund der auf die Wiedervereinigung folgenden umfassenden Privatisierungen verstanden werden. Diese verursachten eine Serie von Nebenwirkungen, deren Folgen die Stadtentwicklung in Ostdeutschland bis heute belasten. Zweitens eröffnet die Einbeziehung von Themen der Stadt- und Wohnungsforschung neue Perspektiven für die Ostdeutschlandforschung. Gerade weil sich im Wohnen Alltagserfahrungen und politisch-ökonomische Strukturen kreuzen, muss die Untersuchung von spezifisch ostdeutschen Subjektivitäten durch die Analyse konkreter Machtverhältnisse und institutioneller Rahmenbedingungen fundiert werden

Art · Humanities · Political science · Housing, Finance, and Neoliberalism · Urbanization and City Planning

  • Den Osten im Blick

    Open Access•Matthias Bernt, Andrej Holm•sub\urban zeitschrift für…•2020

  • Die Koproduktion sozialer Infrastrukturen in Ankunftsquartieren

    Open Access•Madlen Pilz, Katja Friedrich et al.•sub\urban zeitschrift für…•2024

  • Organizing with tenants and fighting rightist resentments

    Open Access•Leon Rosa Reichle, Peter Bescherer•Radical Housing Journal•2021

  • Negotiations of Urban Ontological Security

    Carolin Genz, I Helbrecht•Housing Theory and Society•2022

  • Between Depression and Hope

    Open Access•Leon Rosa Reichle•International Journal of Urban…•2023

  • Beyond outmigration

    Felix Ringel•Mobilities•2023

Unique citing works6
Citations per year1
Citation span2020 - 2024 (5)
Citation velocityrecent
Highly citedNo
Citation typesNeutral: 6
Ethnos_APP • Open Source Project • MIT License • Frontend v2.0.0 • Privacy and Cookies • API Documentation: api.ethnos.app/docs • API Source Code: GitHub • DOI: 10.5281/zenodo.17049435 • Frontend Source Code: GitHub • DOI: 10.5281/zenodo.17050053 • cruz.rio.br • Expectantes Misericordiae