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Lügenpresse“, „alternative Fakten“ und die epistemologische Naivität des sozialen Konstruktivismus

Bibliographic Data

ID22258665
AuthorsWilhelm Kempf (University of Konstanz, corresponding author)
Year2021
Volume2
Issue2
Pages159-169
Publication date2021-12-01
Peer ReviewedYes
Open AccessYes
TypeARTICLE
Venuecultura & psyché (JOURNAL)
Journal identifiersISSN: 2730-5732 • E-ISSN: 2730-5732
PublisherSpringer Science and Business Media LLC (PUBLISHER)
DOI10.1007/s43638-021-00029-5
OpenAlexW4205321647
LanguageDE
References cited4

Aufbauend auf dem methodischen Konstruktivismus und gestützt auf die Unterscheidung zwischen (1) einer transsubjektiv begründeten (objektiven) Wirklichkeit, einer bloß intersubjektiv geteilten (sozialen) Wirklichkeit und einer subjektiven Wirklichkeit i.e. S. sowie (2) zwischen (gesicherten) Tatsachen, möglichen Sachverhalten, fingierten Sachverhalten und simulierten Sachverhalten wird die Haltbarkeit der sozial-konstruktivistischen Auffassung untersucht, wonach jede Repräsentation der Wirklichkeit nur ein verzerrtes Abbild der Realität biete, weshalb alle Repräsentation der Wirklichkeit gleichrangig nebeneinanderstehen. Dass die sozial konstruierte Wirklichkeit notgedrungen selektiv und daher eine interpretierte (bedeutungshaltige) Wirklichkeit ist, wird nicht in Frage gestellt, wohl jedoch die Schlussfolgerungen, welche der soziale Konstruktivismus daraus zieht: (1) Die Rede von einer „äußeren Realität“ und deren „Repräsentation“ kann nicht aufrechterhalten werden. (2) Im Unterschied zu Tatsachen, die transsubjektiv nachgeprüft werden können, entbehren Bedeutungen einer transsubjektiven Basis, weshalb Aussagen über die Bedeutung eines Sachverhalts weder wahr noch falsch sind. (3) Trotzdem kann nicht jede bedeutungshaltige Wirklichkeitskonstruktion denselben Geltungsanspruch erheben. (4) Zumindest „alternative Fakten“ sind als solche identifizierbar. (5) Wahrheit vs. Falschheit behaupteter Sachverhalte ist nicht das einzige Kriterium, an dem eine Wirklichkeitskonstruktion gemessen werden kann. (6) Obwohl der Diskurs über Bedeutungen kein Diskurs darüber sein kann, ob sie wahr oder falsch sind, können Wirklichkeitskonstruktionen dennoch auf ihre Angemessenheit hin befragt werden. Und je nachdem, worauf wir unser Handeln orientieren, können sie sich als angemessen oder unangemessen erweisen

Humanities · German Social Sciences and History · Innovation, Technology, and Society · Philosophy · Sociology and Education Studies

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