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Identitätspolitik — Misstrauen gegenüber dem Staat. Aspekte des Verhältnisses zwischen Zivilgesellschaft und Politik in Deutschland und Großbritannien in der Zwischenkriegszeit

Bibliographic Data

ID23211322
AuthorsThomas Mergel (corresponding author)
Year2004
Pages197-218
Publication date2004-01-01
Peer ReviewedYes
Open AccessNo
TypeCHAPTER
VenueZivilgesellschaft als Geschichte (SOURCE_BOOK)
PublisherVS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE)
DOI10.1007/978-3-322-80962-9_10
OpenAlexW487560791
ISBN9783322809629
LanguageDE
References cited18

Die Weimarer Republik stellt in vieler Hinsicht ein zivilgesellschaftliches Paradoxon dar. Denn einerseits hatte sie eine lebendige Zivilgesellschaft aufzuweisen. Eine große Zahl von Vereinen, Verbänden und Gruppen artikulierte sich in einer vielfältigen Medienöffentlichkeit; die zwanziger Jahre waren eine Zeit des kulturellen Aufbruchs und der Experimente, und ein hohes Maß an Partizipation und sozialer Offenheit der Institutionen honorierte die politische Bürgerliehkeit, unterfüttert dureh den politisch gewollten Ausgleich zwischen den verschiedenen Interessengruppen. Dies ist die eine Seite. Die andere ist, dass die politische Unzufriedenheit groß und das Systemvertrauen selbst bei den Gruppen, die die Republik trugen, gering war, dass schrumpfende Verteilungsspielräume sofort in Gruppenauseinandersetzungen mündeten, vor allem aber auch, dass die politische Gewalt nie wirklich zu einem Ende kam und die Gesellschaft nach 1930 in den Bürgerkrieg schlitterte (Bessel 1993; Reichardt 2002; Schumann 2000). Man kann diese Spannung, an die Theorie der Zivilgesellschaft gerichtet, dahingehend formulieren, dass die formale Existenz zivilgesellschaftlicher Institutionen alles andere als eine Garantie für zivilgesellschaftliche Verhältnisse darstellt. Institutionelle Demokratie bedeutet noch nicht Zivilität, ja, man könnte für den Fall der Weimarer Republik auch vermuten, dass es vielleicht gerade Demokratisierungsprozesse waren, die die Zivilgesellschaft schwächten, weil sich die Anforderungen an die Politik erhöhten.

Art · Humanities · Political science · European history and politics · German legal, social, and political studies · Political Influence and Corporate Strategies

  • Problems of social policy

    Richard Morris Titmuss•Problems of social policy•1950

  • Max Weber und die deutsche Politik 1890-1920

    Wolfgang J Mommsen•Max Weber und die deutsche…•2004

  • Classes and Cultures

    Ross Mckibbin•Classes and cultures•1998

  • Practicing Democracy

    Open Access•Margaret Lavinia Anderson•Practicing Democracy•2000

  • Die Weimarer Republik

    Eberhard Kolb, Dirk Schumann•Die Weimarer Republik•2022

  • Parliamentary Representatives in Europe 1848–2000

    Heinrich Best, Maurizio Cotta•Parliamentary representatives in…•2000

  • The Cambridge Social History of Britain, 1750–1950

    Open Access•F M L Thompson•The Cambridge Social History of…•1990

  • Die »radikale Rechte« in Großbritannien

    Arnd Bauerkämper•Die »radikale Rechte« in…•1991

  • Germany after the First World War

    Laird Easton, Richard Bessel•German Studies Review•1995

  • Voluntary Action

    G D H Cole, Beveridge Beveridge•The Economic Journal•1949

  • Gesammelte politische Schriften

    Max Weber•Gesammelte politische Schriften.•1971

  • The Rise and Fall of Liberal Government in Victorian Britain

    Josef L Altholz, J Parry•The Journal of Interdisciplinary…•1996

  • Private Agencies for Public Purposes

    Open Access•Noelle Whiteside•Journal of Social Policy•1983

Citation velocityhistorical
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