Singer, Isaac Bashevis
Der kuncenmacher fun Lublin
Bibliographic Data
| ID | 23433238 |
|---|---|
| Authors | Otto F Best (Concern Worldwide US, corresponding author) |
| Year | 2020 |
| Pages | 1-2 |
| Publication date | 2020-01-01 |
| Open Access | Yes |
| Type | CHAPTER |
| Venue | Kindlers Literatur Lexikon (KLL) (SOURCE_BOOK) |
| Publisher | J.B. Metzler (PUBLISHER • DE) |
| DOI | 10.1007/978-3-476-05728-0_22586-1 |
| OpenAlex | W3106136846 |
| ISBN | 9783476057280 |
| Language | DE |
Der ursprünglich 1958 auf Jiddisch verfasste und 1959 in der Tageszeitung Jewish Daily Forward abgedruckte Roman erschien 1960 in einer ins Englische übertragenen Neufassung und erzählt die Geschichte des sehr begabten Zauberkünstlers und Akrobaten Jascha Masur im russisch besetzten Polen nach dem Aufstand von 1863. Jascha, der in Lublin mit Esther verheiratet ist, muss, um den Lebensunterhalt für beide zu verdienen, seine Frau immer wieder verlassen und auf langen Tourneen durch ganz Polen ziehen. Dabei hat er mit der in Warschau lebenden christlichen Professorenwitwe Emilia ein Verhältnis angefangen. Allerdings stellt sie einige Bedingungen für eine engere Beziehung: Jascha soll zum Christentum konvertieren, sie dann heiraten und mit ihr nach Italien fahren, wo ihre lungenkranke Tochter in einem Sanatorium untergebracht ist. Jascha kämpft mit sich, aber er kann und will seine Geliebte nicht aufgeben. So begeht er, um das Geld für die Reise zu beschaffen, einen Bankeinbruch, der misslingt. Als er sich auf der Flucht auch noch den Fuß verletzt, nimmt das Unheil seinen Lauf, denn in wenigen Tagen soll seine Warschauer Premiere stattfinden. Als er in seine Wohnung zurückkehrt, entdeckt er, dass seine Partnerin (und zweite Geliebte!) Magda aus Verzweiflung über seine Hinwendung zu Emilia Selbstmord verübt hat. Seine Karriere ist ruiniert, Magda tot und Emilia für ihn verloren. Diese Schicksalsschläge bewirken eine mit freiwilliger Buße verbundene Rückkehr in die traditionelle jüdische Welt seiner Väter: Er beginnt die Kabbala zu studieren, lässt sich in eine kleine Zelle ohne Tür einmauern und lebt unter großen Entbehrungen das Leben eines Wunderrabbis, der seinen Glaubensgenossen draußen in der Welt Trost in allen Lebensnöten spendet. Aber Jascha ist kein Heiliger: Er kerkert sich ein, um den Versuchungen der Welt zu widerstehen. Was die Masse für eine Läuterung des Zauberers zum Heiligen hält, ist in Wirklichkeit die Verzweiflungstat eines Menschen, der die gegensätzlichen Elemente in sich zur spannungsvollen Harmonie zwingen will.
Art · Humanities · Central European Literary Studies · Philosophy · Polish-Jewish Holocaust Memory Studies
| Highly cited | No |
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