Kołakowski, Leszek: Religion, if there is no God…
On God, the devil, sin, and other worries of the so-called philosophy of religion
Bibliographic Data
| ID | 23465137 |
|---|---|
| Authors | Matthias Freise (0000-0001-6503-068X, Concern Worldwide US, corresponding author) |
| Year | 2021 |
| Pages | 1-2 |
| Publication date | 2021-01-01 |
| Open Access | Yes |
| Type | CHAPTER |
| Venue | Kindlers Literatur Lexikon (KLL) (SOURCE_BOOK) |
| Publisher | J.B. Metzler (PUBLISHER • DE) |
| DOI | 10.1007/978-3-476-05728-0_9671-1 |
| OpenAlex | W3111212132 |
| ISBN | 9783476057280 |
| Language | DE |
In seinem 1982 erschienenen philosophischen Essay führt der Autor die Anliegen einer ganzen Reihe seiner früheren Arbeiten zusammen. 1965 hatte er in Rozmowy z diabłem über die metaphysische Rechtfertigung der Sünde spekuliert, 1966 in Filozofia pozytywistyczna (Die Philosophie des Positivismus) den positivistischen Skeptizismus hinterfragt, 1972 in Obecność mitu (Die Gegenwärtigkeit des Mythos) dargelegt, dass es ohne mythisches Denken keinen Wahrheits- und keinen Erkenntnisbegriff geben kann, und 1975 verwies er in Husserl and the Search for Certitude (Die Suche nach der verlorenen Gewissheit) jeden Versuch einer rein vernunftbegründeten Transzendentalphilosophie in seine Schranken. Die gemeinsame Wurzel all dieser Überlegungen liegt, so Kołakowski, in der Schnittmenge von Theologie und Philosophie, die aber weder in der spekulativen Religionsphilosophie des 19. Jh.s noch in einer sprachlichen Analyse des Wahrheitsgehalts von Begriffen wie „Gott“ oder „Sünde“ zu suchen ist. Stattdessen greift der Autor auf vorkantische Klassiker der rationalen theologischen Argumentation wie Plotin, Leibniz und Pascal zurück. Man könnte denken, eine solche Argumentation sei obsolet geworden, denn hat sich religiöses Denken in der Moderne nicht auf die Bastion irrationaler Offenbarung und hermetischer Glaubensgewissheit zurückgezogen? Kołakowski nimmt die philosophische Tradition jedoch ernst und verfolgt ihr Ringen zwischen Gewissheit und Skepsis, das beide Seiten gezwungen hat, „äußerste Schlussfolgerungen aus ihren Voraussetzungen zu ziehen“. Er exploriert dabei fünf Bereiche, in denen es nicht nur historisch zu Gefechten zwischen Theologie und Aufklärung gekommen ist, sondern auf denen er auch eine Waffengleichheit zwischen ihnen diagnostiziert.
Humanities · Theology · Central European Literary Studies · Education and Cultural Studies · Language and Culture · Philosophy
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