Die koloniale Vergangenheit als Deutungsreservoir in den politischen Debatten um das französische Erinnerungsgesetz vom Februar 2005
Bibliographic Data
| ID | 23465722 |
|---|---|
| Authors | Dirk Petter (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, corresponding author) |
| Year | 2011 |
| Pages | 91-104 |
| Publication date | 2011-01-01 |
| Open Access | No |
| Type | CHAPTER |
| Venue | Frankreich Jahrbuch 2010 : Frankreichs Geschichte (SOURCE_BOOK) |
| Publisher | VS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE) |
| DOI | 10.1007/978-3-531-92801-2_6 |
| OpenAlex | W178818064 |
| ISBN | 9783531928012 |
| Language | DE |
| References cited | 10 |
Als die Nationalversammlung im Februar 2005 die „positive Rolle der französischen Präsenz in Übersee“ (JORF 24.2.2005: 3128) per Gesetz festschreiben und in den Lehrplänen für den Geschichtsunterricht verankern wollte, löste dies scharfen öffentlichen Protest gegen eine solche staatlich sanktionierte Geschichtsdoktrin aus und führte zu einer kontroversen Debatte um den gesellschaftlichen Umgang mit der Kolonialgeschichte in Frankreich. Insbesondere eine Gruppe französischer Historiker, der renommierte Professoren wie Claude Liauzu, Gérard Noiriel und Gilbert Meynier angehörten, ging hart mit den Abgeordneten ins Gericht und warf ihnen in einem von Le Monde Ende März 2005 veröffentlichten Artikel vor, den Staat zur alleinigen Deutungsinstanz über die koloniale Vergangenheit erheben und eine, wie es dort hieß, „offizielle Lüge“ als allgemeingültiges Geschichtsbild etablieren zu wollen (Le Monde 25. 3. 2005: 15). Tags darauf erschien der Aufruf in Libération, dem sich binnen weniger Wochen mehrere hundert weitere Historiker anschlossen, die ihrerseits die Aufhebung des Gesetzes forderten (Libération 26. 3. 2005: 15).
Art · Humanities · Political science · African history and culture studies · Cultural Identity and Heritage · Historical Studies and Socio-cultural Analysis
| Highly cited | No |
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