Gnade statt Gerechtigkeit
Bibliographic Data
| ID | 23489246 |
|---|---|
| Authors | Efim Etkind (corresponding author) |
| Year | 2001 |
| Pages | 103-114 |
| Publication date | 2001-01-01 |
| Open Access | Yes |
| Type | CHAPTER |
| Venue | Von Pol zu Pol Gesänge sich erneun...“ (SOURCE_BOOK) |
| Publisher | J.B. Metzler (PUBLISHER • DE) |
| DOI | 10.1007/978-3-476-02767-2_13 |
| OpenAlex | W2574499413 |
| ISBN | 9783476027672 |
| Language | DE |
Puschkins Verserzählung Angelo ist 1834 im Almanach Novoselje (Teil 2, S. 48–80) erschienen und erregte großes Aufsehen. Der damals schon einflußreiche Kritiker Wissarion Belinskij (1810-1848) schrieb, das Poem sei ein neues Zeugnis für den Verfall von Puschkins Talent, seine dichterische Begabung sei erloschen.1 Puschkin war tief gekränkt, er konnte die Gleichgültigkeit der Leser und Kritiker nicht verstehen. Zu seinem Freund P. Nascokin soll er gesagt haben: „Unsere Kritiker haben dieses Gedicht nicht bemerkt und glauben, es sei eines meiner schwächsten Werke; eigentlich habe ich nie etwas Besseres geschrieben.“2 Kritiker und Literarhistoriker haben Angelo auch später nicht bemerken wollen. Erst 1859 sagte A. Druzinin, es sei „ein sonderbares und rätselhaftes Werk“. Das Epitheton rätselhaft wurde öfters wiederholt. Auch der sowjetische Forscher Boris Mejlach gab 1964 seinem Vortrag über Angelo den Titel Ein geheimnisvolles Poem von Puschkin.3 Zehn Jahre später nennt Jurij Lotman seinen außerordentlichen Artikel Die Ideenstruktur von Puschkins Poem „Angelo “4, aber den Eindruck des Rätselhaften hat er ebenfalls nicht überwinden können.
Art · Humanities · European Linguistics and Anthropology · German Literature and Culture Studies · Philosophy · Russian Literature and Bakhtin Studies
| Highly cited | No |
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