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Iranisches Personennamenbuch

Bibliographic Data

ID23540733
AuthorsSonja Fritz
Year2006
Publication date2006-01-01
Open AccessNo
TypeBOOK
VenueIranisches Personennamenbuch (SOURCE_BOOK)
PublisherVerlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (PUBLISHER)
DOI10.1553/0x001231af
OpenAlexW4247708394
ISBN9783700136750
LanguageEN
Citations received4

Die in der vorliegenden Arbeit untersuchten Personennamen der Osseten nehmen eine ausgesprochene Sonderstellung innerhalb des iranischen Namenguts ein. Dieser Umstand erklärt sich aus der spezifischen historischen Entwicklung und areallinguistischen Situation, die das in zwei Hauptdialekten (Iron / Digor) nördlich und südlich des Kaukasus-Hauptkamms gesprochene Ossetische generell von den anderen neuiranischen Sprachen abheben. Ossetisch geht über das mittelalterliche Alanische auf skythisch-sarmatische Dialekte der Antike zurück. Eine viele Jahrhunderte währende Isolation vom Rest der iranischen Welt und eine starke Beeinflussung durch verschiedene nicht-iranische Sprachen, die sowohl direkt aus der unmittelbaren Umgebung oder indirekt über zwischengeschaltete sprachliche Medien erfolgen konnte, führte zu tiefgreifenden phonologischen, morphologischen, syntaktischen, lexikalischen und idiomatischen Veränderungen, die nicht nur das moderne Ossetische tief geprägt haben, sondern sich auch ganz besonders im Namengut widerspiegeln. Diese Fakten sowie die Tatsache, dass das Ossetische nur einen äußerst kleinen Anteil an genuin überlieferten iranischen Namen aufweist, stellten die Ausarbeitung dieses Faszikels vor ganz besondere Probleme. Es wurde großer Wert darauf gelegt, nicht nur die letztendliche Etymologie der einzelnen Namen zu bestimmen, sondern wenn möglich auch die historische Entwicklung nachzuvollziehen, die oft durch mehrere sprachliche Strata und große geographische Areale führen konnte. Die komplexe areallinguistische Situation und die semantische Vielfalt ergeben eine große typologische Buntheit, die ihrerseits wiederum tiefe Einblicke in die Kultur der Namenträger gestattet. Nicht zuletzt ist das ossetische Namenbuch auch geeignet, ein beredtes Zeugnis von der regen Migrationstätigkeit abzulegen, die den Kaukasus im Laufe der Geschichte sprachlich noch mehr zerklüftet hat, als es die Vielheit der dort gesprochenen Idiome allein vermocht hätte. Die im gegebenen Kontext unvermeidbare Berücksichtigung und Aufarbeitung des nicht-iranischen Namenguts ließ den vorliegenden Faszikel in vieler Hinsicht zu einem gesamtkaukasischen Namenbuch werden.

Geography · Historical and Linguistic Studies · Linguistics and language evolution

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Citations per year0.1
Citation span1986 - 2018 (33)
Highly citedNo

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