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Schuldtypisierung als Begriffsanalyse. Tiefenstrukturen moderner Praxisformen und deren strafrechtliche Transformation

Tiefenstrukturen Moderner Praxisformen und Deren Strafrechtliche Transformation

Bibliographic Data

ID23547683
AuthorsBenno Zabel (0000-0003-3920-5145)
Year2007
Pages582
Publication date2007-01-01
Open AccessNo
TypeBOOK
VenueSchuldtypisierung als Begriffsanalyse (SOURCE_BOOK)
PublisherDuncker & Humblot (PUBLISHER)
DOI10.3790/978-3-428-52247-7
OpenAlexW625239432
ISBN9783428522477
Open LibraryOL34000654M
LanguageDE
Citations received1

Die Rede über strafrechtliche Zurechnungs- und Verantwortungsformen scheint, von wenigen Ausnahmen abgesehen, keine größeren Probleme aufzuwerfen. Die Tiefenstrukturen personalen und institutionalisierten Handelns gelten als ausgelotet und die dogmatischen Kriterien als praxisangemessen. Daß eine solche Beurteilung keineswegs der Komplexität moderner Lebensformen entspricht, läßt sich bereits anhand der Europäisierungstendenzen des Strafrechts und der Auseinandersetzung um Gegenstand und Grenzen derselben ersehen.Benno Zabel zeigt in seiner Arbeit, daß diese Überzeugung auf einer gängigen, freilich heuristisch wie semantisch verfehlten Argumentationslogik beruht, mittels derer strafrechtliche Konflikt(lösungs)formen, benannt als Irrtums-, Notstands- oder Affektkonstellationen, nicht mehr begründet, sondern praxisgelöst konstruiert und den jeweils unterstellten Zwecken assimiliert werden. Demgegenüber entwickelt er ein Begründungsparadigma, das in erster Linie Begriffsanalyse ist. Ausgehend von der praktisch situierten Person, folglich einer freiheitstheoretisch bestimmten Teilnehmerperspektive, wird strikt zwischen dem bewußtseinsontologischen Substrat der Handlung als Unrecht und der typisierten Darstellung qua Straftatschema unterschieden. Dies hat zur Konsequenz, daß sowohl zwischen dem Begriff der Schuld und dem Typus der Schuldhaftigkeit differenziert als auch verdeutlicht werden muß, daß Schuld(auschluß)gründe formalisierte Abschichtungsstrategien darstellen, die ihre rationalen Gehalte nicht aus sich selber beziehen, sondern durch eine Transformation der ihnen zugrunde liegenden Sinnpotentiale realisieren. Zur Geltung gebracht wird damit, daß jede Schuldtypisierung reflektierte Praxiswissenschaft ist, weshalb sie notwendig auf das veränderliche Autonomiebewußtsein einer Gesellschaft bezogen bleibt

Humanities · Political science · Criminal Law and Policy · Healthcare Decision-Making and Restraints · Medical and Health Sciences Research · Philosophy

  • The Formulation of Voluntary Intoxication in Continental Law

    Open Access•Ayşe Özge Atalay•International Journal of Offender…•2020

Citations per year0.17
Citation span2020 - 2020 (1)
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